
Verdi kritisiert Karstadt-Investor Berggruen
Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das finanzielle Engagement des Karstadt-Investors Berggruen. In einer ZDF-Sendung äußerte Gewerkschafter und Karstadt-Aufsichtsratsmitglied Rösch Zweifel, ob genug Geld für den Umbau der Warenhauskette da ist.
Thomas RehmRedakteur"Ganz normaler Investor"
In dem ZDF-Film äußert das Aufsichtsratmitglied Rösch erstmals öffentlich Zweifel an Berggruens Beteuerungen, sich langfristig für Karstadt zu engagieren und den Beschäftigten keine weiteren Einschnitte zuzumuten. "Das, was wir zur Zeit erleben, ist das Verhalten eines ganz normalen Investors, und ich kann nicht erkennen, dass die soziale Komponente, mit der er angetreten ist, in dieser Phase überhaupt noch spürbar ist."
Die Gewerkschaft schließt das auch aus den jüngsten Entwicklungen bei Karstadt: aus der Schließung der Elektronikabteilungen, von der zirka 1.000 Mitarbeiter betroffen wären, sowie der Auslagerung der Gastronomie. Die zirka 1.400 Beschäftigten dieser Sparte würden zukünftig jährlich mehr als 2.000 Euro weniger verdienen. Dies sei aktive Tarifflucht und in Anbetracht des bisher von den Beschäftigten geleisteten Verzichts ein Skandal, so Aufsichtsratsmitglied und Gewerkschafter Johann Rösch.
Für die "ZDFzoom"-Dokumentation haben die Autoren Lutz Ackermann und Christian Esser den Karstadt-Eigentümer und Milliardär Nicolas Berggruen über ein Jahr lang immer wieder getroffen und begleitet. Sie haben mit Weggefährten und Mitarbeitern gesprochen, hinter die Kulissen des Berggruen-Kosmos geschaut und sind der Frage nachgegangen, ob es den "guten" Investor überhaupt geben kann.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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