
Verdi lehnt weitere Opfer der Karstadt-Beschäftigten ab
Hoffnung, aber auch Besorgnis bei Verdi: Die Gewerkschaft begrüßt das Interesse von Triton an Karstadt - jedoch nicht auf Kosten der Mitarbeiter.
Björn BöerChefredakteurTriton wolle als Kaufpreis 30 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen. 60 Millionen Euro würden in das Unternehmen investiert, heiß es weiter. Triton wollte diese Zahlen nicht kommentieren.
"Mehr geht nicht"
Mönig-Raane übt Kritik an diesen Plänen. "Die Beschäftigten zahlen seit nunmehr sechs Jahren einen hohen Preis, um ihrem Unternehmen aus der Krise zu helfen. Ein Plan zur Fortführung des Unternehmens sollte nicht darauf kalkuliert sein, die Beschäftigten ein weiteres Mal zur Kasse zu bitten."
Im vergangenen Jahr hatten sich die Mitarbeiter dazu verpflichtet, auf einen dreistelligen Millionenbetrag zu verzichten, um ihr Unternehmen zu retten. "Diese
150 Millionen Euro allein aus dem laufenden Sanierungstarifvertrag sind ein sehr bedeutender und großer Beitrag. Mehr geht nicht", machte die stellvertretende Verdi-Chefin deutlich.
Die Tarifverträge im Einzelhandel stellten ein gutes Instrument dar, den Wettbewerb auf die besten Produkte und Konzepte zu konzentrieren.
Karstadt hätte gute Chancen, in diesem Wettbewerb eine führende Position zu übernehmen, ohne aufgrund dauerhaft niedrigerer Personalkosten eine Sonderrolle zu spielen: "An dieser Stelle ist ein gutes unternehmerisches Konzept gefragt. Das werden die Beschäftigten engagiert und professionell umsetzen, und dann stellt sich auch der wirtschaftliche Erfolg ein", sagte Mönig-Raane.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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