
Verdi: "Triton erpresst Karstadt-Mitarbeiter"
Die Gewerkschaft Verdi ist sauer - und weist Forderungen des potenziellen Karstadt-Investors Triton nach weiteren Zugeständnissen der Arbeitnehmer zurück.
Björn BöerChefredakteur"Triton versucht, den Beschäftigten die Pistole auf die Brust zu setzen", kritisierte demgegenüber Haß. "Diese erpresserische Herangehensweise lässt an der Ernsthaftigkeit des Unternehmens zweifeln."
Verdi ist gesprächsbereit
Der Finanzinvestor und die Arbeitnehmervertreter hatten sich schon zweimal zu Gesprächen getroffen, ohne dass es einen Durchbruch gab. "Wir sind aber jederzeit zu einer weiteren Runde bereit", betonte die Verdi-Sprecherin.
Triton möchte verlustbringende Teile von Karstadt mit rund 5.000 Beschäftigten an fremde Unternehmen abgeben.
Die im Sanierungstarifvertrag mit Verdi vereinbarte Absenkung der Gehälter um acht Prozent soll deutlich länger gelten als bisher vereinbart. Der Investor will zudem die Gehälter erfolgsabhängig bezahlen. Auf der anderen Seite verspricht Triton Investitionen von 428 Millionen Euro in fünf Jahren.
Ruf nach Mitbestimmung
Verdi-Sprecherin Haß unterstrich, dass der gültige Sanierungstarifvertrag unter bestimmten Voraussetzungen Möglichkeiten zum Personalabbau vorsehe. Allerdings müsse das in einem mitbestimmten Prozess geschehen.
Triton will nach seinem Übernahmeplan den Karstadt-Umsatz von erwarteten 3,56 Milliarden Euro im laufenden Jahr bis 2014 um gut ein Prozent auf 3,7 Milliarden Euro erhöhen.
Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge