Verpackung - Vom Stiefkind zur Visitenkarte

Verpackung - Vom Stiefkind zur Visitenkarte

Das größte Trauerspiel im deutschen Onlinehandel ist vielleicht das Packaging. Hier schlabbrige Plastiktüten, dort die allgegenwärtigen langweiligen braunen Amazon-Kartons. Gerade mit der Verpackung könnte also der Handel gegen die seelenlose Kartonage der Online-Riesen punkten.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Es ist fast schon eine Binse: Für das Markenimage und das Einkaufserlebnis ist der letzte Eindruck oft der entscheidende Moment. Denn diese Erinnerung bleibt beim Kunden hängen. Mehr noch vielleicht als die Erfahrung mit der Usability im Webshop.

Dabei muss man gar nicht neidisch auf all die Sichtkontakte schielen, die ein Online-Riese wie Zalando mit seinen massiv gebrandeten Kartons überall erzeugt. Das können kleinere Händler auch.Der Modehändler Breuninger zeigt beispielsweise mit seinen schmucken orangen Lieferungen mit dem großen „B“, dass auch ein stationär geprägter Händler ein wertiges „Auspackerlebnis“ bieten kann. Das reicht dort bis zu der in Seide eingeschlagen Ware. Da macht das Auspacken Vergnügen. Das kann auch die Wiederkaufrate erhöhen.Steigern lässt sich derlei außerdem durch kleine Extras. Das muss nicht immer die Produkteprobe aus dem Beauty-Shop sein. Manchmal genügt auch schon eine kleine Tüte Gumibärchen als kleiner Gruß. Hotels legen derlei ja auch nicht ohne Grund aufs Kopfkissen.

Personalisierte Anschreiben im Paket sind heutzutage auch kein Hexenwerk mehr. Ein kleines Begleitschreiben, und sei es in gedruckter Form im Postkartenformat, mit dem Sie einen neuen Kunden begrüßen oder sich bei einem Stammkunden für die Treue bedanken, schafft ein Signal der Nähe und Verbundenheit. Da geht aber noch mehr.Foodspring, das Start-up vertreibt online Fitness-Food und Sportnahrung, füllt beispielsweise das Paket mit personalisierten Broschüren. Basierend auf dem Surf-und Kaufverhalten jedes einzelnen Kunden werden mit Hilfe der Software von Adnymics automatisch maßgeschneiderte Inhalte in einer 16-seitigen Broschüre zusammengefasst.

Ziel der personalisierten Beileger: noch mehr Branding, noch mehr Kundenansprache, noch mehr Beratungscharakter.Das Ergebnis: Seit dem Einsatz der Technologie erhöhten sich die Warenkorbwerte um 25 Prozent. Außerdem kauften die Kunden nicht nur mehr, sondern auch öfter bei Foodspring ein. Auch die incentivierten Gutscheine, die der Versender in seine Broschüren integriert, kommen gut an: 6 Prozent der Neukunden, die in ihren Erstbestellungen Beileger mit Gutscheincodes fanden, lösten diese für eine weitere Bestellung im Shop ein.Dem Thema Verpackungen widmet sich auch ein Thementag des Branchenverbands bevh im Oktober. Dabei geht es nicht nur um das Packaging als Visitenkarte und Markenbotschafter für Hersteller und Händler, sondern auch um besondere Anforderungen an Verpackung im Lebensmittel-Onlinehandel, Nachhaltigkeit und innovative Lösungen.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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