Versandapotheken wachsen um ein Drittel

Versandapotheken wachsen um ein Drittel

Die Versandapotheken waren 2009 die Gewinner auf dem Pharmamarkt. 30 Prozent betrug deren Umsatzwachstum, der Absatz fiel gar noch höher aus. Doch auch stationäre OTC-Händler legten zu.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
2 Min.· Aktualisiert am
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Damit wuchs deren Anteil am gesamten Pharmamarkt auf 8 Prozent, haben die Marktforscher von Nielsen ermittelt. Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (26 Mitglieder) schreibt von einem Umstzwachstum von gar 31,6 Prozent. Noch im Jahr 2007 betrug der Marktanteil der Versender rund 4 Prozent.

Immer mehr Fälschungen im Netz

Allerdings mehren sich die Klagen, dass in Internetapotheken auch gefälschte Medikamente gehandelt werden. Das niedersächsische Landeskriminalamt habe in den vergangenen Jahren bei Straftaten im Arzneimittel eine Zunahme um 100 Prozent verzeichnet, sagte Ermittler Volker Kluwe.

Der deutsche Zoll hat im Jahr 2008 bundesweit rund 4,8 Millionen illegale Tabletten beschlagnahmt. "2009 sind die Zahlen erneut gestiegen", klagte Zollfahnder Wolfgang Schmitz unlängst.

Auch stationäre Apotheken wachsen

Insgesamt wuchs der Pharmamarkt im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 39 Milliarden Euro Gesamtvolumen - trotz stagnierender Absätze, wie Nielsen festgestellt hat. Die stationären Apotheken haben dabei ein Plus von 2,3 Prozent erzielt. Bei den rezeptpflichtigen Arzneimitteln wurde dieser Zuwachs allerdings von eingelösten Kassenrezepten gestützt, die Absätze waren dagegen mit einem Minus von ein Prozent leicht rückläufig.

Das stürmische Wachstum des Apotheken-Versandhandels geht also vornehmlich zu Lasten der stationären Apotheken, die noch drei Viertel des Marktes abdecken. Trotzdem blieb der Absatz über die Vertreibsschienen mit rezeptfreien Medikamenten (OTC-Produkte) laut Nielsen stabil: Das Absatzwachstum lag sowohl in Apotheken wie auch im Lebensmittelhandel und in Drogeriemärkten unter einem, das Umsatzplus bei gut einem Prozent.

Halsschmerzmittel stark gefragt

Das Geschäft im OTC-Markt (ohne Versandhandel) florierte vor allem in den ersten und letzten drei Monaten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Produkten zur Linderung von Erkältungs- und Grippesymptomen - und glich damit die vor allem im dritten Quartal schwache Entwicklung aus.

Insbesondere beim Segment Halsschmerzmittel wurden kräftige Gewinne bei Umsatz und Absatz und verzeichnet. Auch Grippemittel, Hustenpräparate, Erkältungsbonbons, Schnupfensprays und Augentropfen hatten überdurchschnittliche Zuwächse.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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