
Warmes Wetter bringt H&M ins Schwitzen
H&M hat im dritten Quartal die Auswirkungen der Schuldenkrise und des heißen Spätsommers in Europa zu spüren bekommen. Der Textilhändler ist dennoch gewachsen.
Björn BöerChefredakteurBei der Ertragsentwicklung schlugen vor allem Währungseffekte negativ zu Buche. Mit den Zahlen verfehlte H&M die Erwartungen der Experten deutlich. "Die Bedingungen in unserem Geschäftsfeld stellen uns weiterhin vor Herausforderungen", sagte H&M-Chef Karl-Johan Persson.
Harter Konkurrenzkampf
Ein weiterer Grund für das schwache Gewinnwachstum ist, dass sich die Klamotten der Schweden, die zum größten Teil in Asien geschneidert werden, längst nicht mehr so kostengünstig produzieren lassen wie noch vor einigen Jahren. Denn mit dem wachsenden Wohlstand in Ländern wie China steigt dort auch das Lohnniveau.
Für Analysten bestätigten die Zahlen ein Bild, das sich schon seit längerem abzeichnet: H&M verliert Marktanteile an seinen großen Konkurrenten Inditex. Der spanische Konzern ist gemessen am Umsatz bereits Marktführer in der Textilbranche mit Ketten wie Zara, Massimo Dutti oder Bershka. H&M ist die Nummer zwei.
H&M-Chef Karl-Johan Persson gab sich am Donnerstag kämpferisch. Kontern will der Konzernchef durch neue Läden und die Einführung einer neue Marke, die sich vornehmlich an Frauen richtet.
300 neue Geschäfte
In dem Ende November auslaufenden Geschäftsjahr will der Konzern 300 neue Läden eröffnen und damit 25 mehr als ursprünglich geplant. Im kommenden Jahr peilt H&M zudem den Markteintritt in Südamerika an.
Auch das Online-Angebot will der Konzern ausbauen, allerdings verzögert sich der Internetauftritt in den USA um ein gutes halbes Jahr. Statt wie geplant in diesem Herbst startet das Geschäft erst im Sommer nächsten Jahres.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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