Nun also gibt es als erstes Ergebnis BILDplus: Das neue Angebot von "Bild" verbindet ein Marken-Abo mit einem Bezahlmodell für digitale Inhalte. Für das Freemium-Modell hätte man kaum nach Palo Alto gemusst. Das empfehlen Berater ungefragt an jeder Twitter-Ecke.
Doch es geht in erster Linie auch um neues Denken. Wer in Zeiten der digitalen Transformation bestehen will, der braucht nämlich erstmal keine Inkubatoren, sondern schlicht eine neue Sicht auf die Welt. Von oben. An der Spitze.
Bye, bye Brick&Mortar-Ideologie.
(Ein Blick in das Vortragsvideo lohnt sich auch für Handelsmanager.)
So denken Manager, die ihr Unternehmen fit für den Wandel machen.
Auch für Diekmann ist nach dem Monaten im Valley im Handelsblatt "die Digitalisierung unserer Marken die Schicksalfrage für den gesamten Konzern." Die Ausrichtung ist klar: "Jetzt müssen wir dahin, wo unser Publikum ist: auf die digitalen Plattformen, vor allem auf die digitalen Endgeräte." Papier ist nur noch ein Weg. Willkommen also in der Multichannel-Gesellschaft.
Man kann das für das Handel 1:1 übersetzen: E-Commerce und Multichannel werden über die weitere Existenz eines jeden Händlers entscheiden.
Die wichtigste Credo aber lautet: "Wir müssen alle Überzeugungen überprüfen".
Was Handelsmanager neben diesen Revoluzzer-Maximen aber vor allem von Diekmann lernen können, ist, dass man sich für die Umwälzungen und disruptriven Möglichkeiten begeistern muss. Ohne Faszination geht es nicht. Nur dann wird man das Internet nicht als Feind des tradierten Geschäfts begreifen, sondern seine Chancen umarmen.
Diese Faszination aber lernt man nicht mit Powerpoint-Folien und nur bedingt mit Büro-Besuchen bei Berliner Start-ups. Das muss man erleben, um es zu leben. Vielleicht also sollte sich der Handel, wenn er das nächste Mal auf der Suche nach Store-Konzepten durch die USA tourt, lieber gleich im Valley einchecken.Oder gleich dort seine Top-Manager für einige Monate einquartieren, anstatt nur ein paar Trendscouts ein Office zu finanzieren.
Nur so kann man Ideen tanken, Impulse sammeln und sich vom Gründergeist beseelen lassen, ohne den keine Euphorie für den Aufbruch und Umbruch entstehen kann. Das könnte dann so aussehen:
Vielleicht manchmal ein wenig unbequem. Aber das ist Wandel immer.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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