
Weltbild halbiert das Filialnetz
Vor kurzem schien der ehemalige Kirchenkonzern Weltbild gerettet. Doch nun stehen die nächsten Einschnitte an. Das Filialnetz wird ausgedünnt, weitere Jobs sollen gestrichen werden.
2014 Insolvenz angemeldet
Der Medienhändler verkauft sowohl online als auch im stationären Handel und gehörte früher zur katholischen Kirche. Anfang 2014 musste die Konzernmutter Insolvenz anmelden. Die Düsseldorfer Droege Group übernahm nach einem massiven Personalabbau im Sommer die Mehrheit an dem Augsburger Unternehmen.
Nach Gewerkschaftsangaben sind bei Weltbild nun unabhängig vom Filialverkauf erneut Hunderte Jobs bedroht. Das Unternehmen hatte zwar bereits im Herbst Stellenstreichungen angekündigt, aber noch keine konkrete Zahl genannt. Laut Verdi sind bei Weltbild selbst rund 200 Jobs bedroht. Im Logistikbereich, der in der Insolvenz abgetrennt und von einem anderen zu Droege gehörenden Unternehmen übernommen wurde, stünden weitere 200 Stellen auf der Streichliste. Derzeit sprechen die Geschäftsführungen und Betriebsräte über die Rationalisierungspläne.
Die Veränderungen im deutschen Filialgeschäft haben dem Unternehmen zufolge keine Auswirkung auf die Auslandsbeteiligungen oder die weiteren Gesellschaften der Weltbild-Gruppe. Der Verkauf stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien und des Gesamtbetriebsrates.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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