
Weltbild und Hubendubel trennen das Filialgeschäft
Beim insolventen Buchhandelsunternehmen Weltbild gibt es eine veränderte Gesellschafterstruktur. Hugendubel erhöht dabei seine Anteile.
Björn BöerChefredakteurBei dieser Neuordnung gibt es aber eine Ausnahme. Die betrifft das Unternehmen Pubbles. An dem e-Book-Großhandel werden die Verlagsgruppe Weltbild und die DBH zu je 25 Prozent beteiligt sein (zuvor: DBH-Anteil 50 Prozent). Die Weltbild-Filialen bei Karstadt verbleiben zu 100 Prozent bei Hugendubel. Für den Markenauftritt wird hier einvernehmliche Lösungen gesucht, schreibt Geiwitz weiter.
Schutzschirmverfahren beantragt
In dieser neuen Konstellation hat die Geschäftsführung von Weltbild Plus beim Amtsgericht Augsburg ein Schutzschirmverfahren beantragt. Zum vorläufigen Sachwalter von Weltbild Plus hat das Amtsgericht den Rechtsanwalt Christian Plail von der Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner ernannt.
"Die Entflechtung der Gesellschafterstruktur erhöht die Chance, eine Gesamtsanierung von Weltbild zu erreichen, da Weltbild so seine Marktstellung als Multichannel-Unternehmen mit Versandaktivitäten über Katalog und Internet sowie dem stationären Handel in den Filialen behält", betont Geiwitz. Der davon überzeugt ist, dass auch Investoren diesen Wettbewerbsvorteil erkennen.
In den kooperativen Gesprächen sei auch deutlich geworden, dass Hugendubel und Weltbild weiterhin in Teilbereichen zusammenarbeiten werden. Im Marktsegment "Digitales Lesen" seien dabei Produkte für den E-Book-Reader Tolino hervorzuheben. Kooperiert werde auch weiter bei Einkauf, Logistik und IT-Themen, heißt es weiter.
Der Vertriebsgeschäftsführer von Weltbild Plus, Hans-Jürgen Junker, hat die Mitarbeiter der Filialen am Freitagvormittag über die Änderungen informiert. "Unsere Mitarbeiter werden ihr Geld pünktlich zum Monatswechsel auf dem Konto haben. Für unsere Kunden ändert sich nichts durch die neue Gesellschafterstruktur. Der Verkauf in den Filialen geht ganz normal weiter", sagt Junker. Auch in Schutzschirmverfahren erhalten die Mitarbeiter ihren Gehaltsanspruch für drei Monate über das Insolvenzgeld ausbezahlt.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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