
Weniger Umsatz, aber leichte Hoffnung
Der Einzelhandel hat im August Einbußen hinnehmen müssen. Trotzdem ist alles nicht so schlimm - sagen zumindest Volkswirte.
Björn BöerChefredakteurBesonders deutlich waren die Einbußen im August im Vergleich zum Vorjahresmonat im Lebensmittelhandel. Die Umsätze im Buch- und Schmuckhandel legten hingegen zu.
Insgesamt erwirtschaftete der Einzelhandel von Januar bis August nominal 2,1 Prozent mehr, real jedoch 0,7 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2007.
Besser als erwartet
Aus der Sicht von Volkswirten hat sich der Einzelhandel im August wegen des kräftigen Anstiegs gegenüber Juli deutlich besser entwickelt als erwartet. Sie hatten nur einen Zuwachs um 0,5 Prozent vorhergesagt. Im Juli war der Umsatz im Monatsvergleich um real 1 Prozent gesunken.
Die Experten sprachen von einem kleinen Lichtblick im Einzelhandel. „Die Zahl macht Hoffnung, dass der Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal nicht ganz so stark gewesen ist, wie es nach den letzten Zahlen zu befürchten war”, sagte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen.
Keine Abwärtsspirale
Dennoch geht er nicht davon aus, dass es sich hier um den Beginn einer deutlichen Aufwärtsbewegung im Einzelhandel handeln könnte. Dafür spricht seiner Einschätzung nach auch, dass sich die Lage am deutschen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten verschlechtern dürfte.
Carsten Brzeski von der ING Bank verwies darauf, dass der deutliche Rückgang der Öl- und anderer Rohstoffpreise offenbar einen sehr günstigen Einfluss auf die verfügbaren Einkommen habe. „Die Lohnsteigerungen konnten nun auch für anderes als für höhere Energie-und Lebensmittelrechnungen verwendet werden”, sagte der Volkswirt.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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