Wero geht bei dm live, Nexi liefert die Anbindung

Wero geht bei dm live, Nexi liefert die Anbindung

Seit dem 25. August können Kundinnen und Kunden im deutschen dm-Online-Shop mit Wero bezahlen. Die technische Anbindung lief über den Zahlungsdienstleister Nexi Germany. Nach Lidl ist dm binnen fünf Wochen der zweite reichweitenstarke Händler mit Wero im Checkout.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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Der Drogeriemarkt dm bietet Wero seit dem 25. August im deutschen Online-Shop an. Das teilt der Zahlungsdienstleister Nexi in einer Pressemitteilung mit. Über die geplante Einführung hatte etailment bereits am 20. August berichtet. Neu ist die Information, dass die Integration über Nexi Germany erfolgte.

Nexi hatte nach eigenen Angaben im April 2026 die technische Voraussetzung für Wero-Akzeptanz im deutschen E-Commerce geschaffen und bindet seither schrittweise Händler an. Zuvor hatte der Dienstleister die Anbindung der Bünting Gruppe mit den Online-Marken Combi.de und MyTime.de sowie von BAUR und Quelle gemeldet. Die technische Anbindung an die Wero-Betreibergesellschaft EPI läuft laut Nexi über die Tochter Computop, mit der Nexi seit Februar 2025 als Wero-Acquirer kooperiert.

Nach Lidl der zweite Händler des täglichen Bedarfs

Der eigentliche Taktgeber für Wero im deutschen Onlinehandel war ein anderer: Lidl hatte Wero am 24. Juli eingeführt und war damit nach eigenen Angaben der erste Lebensmittelhändler mit dem Verfahren im Online-Checkout. Die Ausweitung auf Belgien und Frankreich kündigte der Discounter für den weiteren Jahresverlauf an. In der Nexi-Mitteilung kommt Lidl nicht vor, der Dienstleister zählt dort nur die eigenen Kunden auf.

Für EPI sind beide Starts aus demselben Grund wichtig: Sie adressieren das Henne-Ei-Problem des Verfahrens. Ohne breite Akzeptanz fehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern der Nutzungsanreiz, ohne Reichweite bleibt Wero für Händler unattraktiv. Voraussetzung auf Kundenseite ist ein Girokonto bei einer der 18 beteiligten Banken und die einmalige Freischaltung der Wero-Funktion in der Banking-App.

Thomas Spreitzer, seit April 2025 CEO der DACH-Region bei Nexi, bezeichnet den Start als „einen weiteren wichtigen Schritt für die Etablierung einer europäischen Bezahllösung im Handel“. dm-Geschäftsführer Martin Dallmeier, zuständig für Finanzen und Controlling, ordnet zurückhaltender ein: Die Zukunft des Bezahlens werde „nicht von einer einzelnen Lösung geprägt sein“. Gegenüber dem Manager Magazin hatte Dallmeier einen Wero-Anteil von fünf Prozent nach sechs bis zwölf Monaten als guten Start bezeichnet.

In den Marktdaten spielt Wero noch keine Rolle

Wie weit der Weg dorthin ist, zeigen die Zahlen des EHI Retail Institute. In der im Mai veröffentlichten Studie „Online-Payment 2026", für die Umsatzangaben von 172 Händlern ausgewertet wurden, führt PayPal die Umsatzanteile im deutschen E-Commerce mit 28,7 Prozent an, gefolgt vom Rechnungskauf mit 26,1 Prozent, der Lastschrift mit 14,4 Prozent und Kredit- beziehungsweise Debitkarten mit 13,7 Prozent. Wero wird in dem Ranking nicht gesondert ausgewiesen – erstmals separat erfasst wurde Apple Pay mit 1,3 Prozent.

Auch das Kostenargument ist differenzierter, als es die Positionierung gegen PayPal nahelegt. Das EHI beziffert die durchschnittlichen Kosten für PayPal auf 1,94 Prozent vom Umsatz, für den Rechnungskauf auf 1,42 Prozent – die Lastschrift, ebenfalls ein Konto-zu-Konto-Verfahren, liegt im Mittel dagegen bei 0,65 Prozent. Wero muss sich preislich also nicht nur gegen PayPal behaupten. Konditionen für Wero legen weder EPI noch Nexi öffentlich offen.

Entsprechend vorsichtig agieren die Händler. Im Report „Trending Topics 2026“ des bevh vom April gaben rund zehn Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen an, bereits in Wero zu investieren, knapp 21 Prozent planten Investitionen. Über 30 Prozent nannten das Thema „in Prüfung“ ohne laufende Investition, rund 29 Prozent planten gar keine. Mehr als die Hälfte der Befragten erwirtschaftet nach bevh-Angaben über 50 Millionen Euro Umsatz. Der Report entstand nach Angaben des Fachdiensts Retail-News gemeinsam mit Nexi.

Hinzu kommt die Bekanntheit: Laut einer im Juli erhobenen Umfrage kennen nur 39 Prozent der Deutschen Wero überhaupt. Nexi nennt in der Mitteilung „rund 58 Millionen Nutzerinnen und Nutzer“ in Deutschland, Frankreich und Belgien. Die Zahl bezieht sich auf registrierte, überwiegend über Banking-Apps freigeschaltete Zugänge, nicht auf aktive Zahler. Für Deutschland verwies EPI im August auf mehr als sieben Millionen angelegte Konten. PayPal kommt hierzulande auf 39 Millionen Nutzer.

Wero soll laut EPI 2026 auch am Point of Sale starten. Geplant sind zudem die Migration von Payconiq-Nutzern in Luxemburg bis 2026 und von iDEAL in den Niederlanden bis 2027.

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David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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