"Wir rennen nicht jedem kleinen Garagenhändler hinterher"

"Wir rennen nicht jedem kleinen Garagenhändler hinterher"

Mia san mia: So sieht es Wolfgang Kirsch, Deutschland-Chef von Media-Saturn. Der Elektronikhändler soll für die Branche der Maßstab für Preise sein. Auch auf der Fläche will das Unternehmen Zeichen setzen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die kanalübergreifende Kommunikation in unterschiedlichen Mediengattungen sei wichtig. Bei den Media-Markt-Kampagnen zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wurden zum ersten Mal alle Aspekte der Kommunikation zusammengebracht. Diese so genannte 360-Grad-Kommunikation werde im Marketing zwar theoretisch schon länger gefordert, laut Kirsch in der Praxis bisher aber oft nur als Aufruf wahrgenommen.

Eigene Medien sparen Geld für Werbung

Kirsch betont, dass die neuen Werbeformate auch einen effizienteren Einsatz der Werbegelder ermöglichen: "Wir erreichen heute mehr Menschen und über einige der neuen Kanäle auch günstiger. Wenn man über Owned Media verfügt oder PR wirklich gut einsetzt, dann gibt man weniger aus, als man das beispielsweise bei einem klassischen TV-Spot tun würde."

Sein Unternehmen müsse sich allerdings auch der neuen Wettbewerbsrealität anpassen, die durch das Internet entstanden sei, und seine Markenbotschaft entsprechend anpassen. Kirsch präzisiert: "Wer heute sein Handy anschaltet, stellt fest, dass auch der "beste Preis" als Markenbotschaft relativ ist. Es müssen andere Aspekte wie Service, Auslieferung und After-Sales-Betreuung dazukommen."

Tablets sollen flächendeckend eingeführt werden

Im stationären Handel habe sich Media-Markt zum Teil schon dahingehend verändert. Kunden, die Produkte nicht im Laden finden, können diese über Internet-Terminals oder Mitarbeiter bestellen. In einigen Märkten werden schon Tablets zur Verkaufsunterstützung eingesetzt. Dies soll flächendeckend eingeführt werden.

Auch bei der Ladengröße und Design der Verkaufsräume wird es Änderungen geben, führt Kirsch im "Horizont"-Interview auf. Zudem sollen elektronische Preisschilder in Deutschland zum Einsatz kommen: "Wir werden schneller auf Preisänderungen der relevanten Wettbewerber reagieren können. Das ist aber nur ein Punkt. Entscheidender für uns ist, dass wir wieder viel stärker zu einer Position kommen werden, in der die anderen sich an unserem Preis orientieren müssen. Wir sind der Marktführer, und wir rennen nicht jedem kleinen Garagenhändler hinterher. Jemand, der kein anderes Argument als den Preis hat, muss wissen, dass er nur deutlich unter dem Media-Markt-Preis Käufer finden kann."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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