
Lieferando + Weinfreunde, Idealo + Google, Sanitätswaren, Rewe + Flink, Walmart, Etsy, Yandex, Alibaba, Social-Media-Verbot, Skynet
Aktuelle E-Commerce-News: Lieferando + Weinfreunde, Idealo + Google, Sanitätswaren, Rewe + Flink, Walmart, Etsy, Yandex und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Lieferando jetzt mit Weinfreude.de im Angebot
Die Bestellplattform Lieferando integriert laut Pressemitteilung das Sortiment der Rewe-Tochter Weinfreunde.de, das über hundert Produkte wie Wein, Käse und Snacks umfasse. Der neue Service stehe in 45 deutschen Städten zur Verfügung, wobei die Auslieferung werktags bis 23 Uhr und am Wochenende bis Mitternacht innerhalb von 35 Minuten erfolge. Der Mindest-Bestellwert sei 20 Euro, das Mindest-Lieferentgelt läge bei 2,49 Euro.
Kontaktlos kassieren mit Sparkasse POS
Im Händlergeschäft wird der Kassenprozess immer flexibler. Bisher sind stationäre Kassenterminals fester Bestandteil des Einkaufserlebnisses. Diese werden jedoch immer mehr von mobilen Geräten abgelöst. Die Sparkassen bieten mit der Akzeptanz-App „Sparkasse POS“ eine Lösung für viele Branchen. Mehr
Idealo will 3,3 Mrd. Euro von Google
Das Preisvergleichsportal Idealo hat laut FAZ.net seine Schadenersatzforderung gegen Google vor dem Landgericht Berlin auf 3,3 Mrd. Euro verdreifacht. Die erweiterte Klage stütze sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Herbst 2023. Dieses habe eine Strafe der EU-Kommission von 2,42 Mrd. Euro gegen Google bestätigt, weil der Konzern seinen eigenen Dienst „Google Shopping“ in Suchergebnissen bevorzugt habe. Das mehrheitlich zum Springer-Konzern gehörende Idealo fordere nun zusätzlich Einblick in Googles Daten zu Nutzerverkehr, Umsätzen und Gewinnen.
Bei Sanitätswaren stagniert der E-Commerce
Angetrieben vom demografischen Wandel und bei fast sechs Millionen Pflegebedürftigen ist der deutsche Sanitätswarenmarkt 2024 um 6,2 Prozent auf 25 Mrd. Euro gewachsen, berichtet das IFH Köln in seiner Branchenanalyse. Der E-Commerce-Anteil habe sich zwar seit 2010 von 1,5 auf 3,2 Prozent mehr als verdoppelt, stagniere aber seit 2021 aufgrund des hohen Beratungsbedarfs durch Fachpersonal. Den Vertrieb dominieren weiterhin der Sanitätsfachhandel mit 47,7 Prozent und das Orthopädietechnik-Handwerk mit 20,9 Prozent; die Drogeriemärkte konnten ihren Anteil auf 4,9 Prozent steigern.
Rewe will Flinks Aufsichtsrat verschlanken
Rewe strebt beim Quick-Commerce-Unternehmen Flink eine Verschlankung des Aufsichtsrats von neun auf fünf Mitglieder an, wie laut Lebensmittelzeitung.net aus der Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung im März hervorgehe. Die Rewe Group, die seit ihrem Einstieg 2021 sowohl als strategischer Lieferpartner als auch als Anteilseigner fungiere, habe ihren Einfluss bei Flink durch mehrere Finanzierungsrunden kontinuierlich ausgebaut und halte inzwischen mehr als zwölf Prozent der Anteile.
HANDEL INTERNATIONAL
Walmarts Marktplatz wächst 34 Prozent
Walmart legt kräftig zu: Der weltgrößte Einzelhändler steigerte seinen Nettogewinn im vergangenen Geschäftsjahr um 25,3 Prozent auf 19,4 Mrd. Dollar, während der Nettoumsatz um fünf Prozent auf 674,5 Mrd. Dollar kletterte. Besonders dynamisch entwickelte sich laut Pressemitteilung der E-Commerce mit einem Plus von 16 Prozent, angetrieben durch den boomenden US-Marktplatz, der um 34 Prozent wuchs. Den Schwung will Walmart allerdings nicht ins neue Jahr mitnehmen – für das nächste Geschäftsjahr werden nur drei bis vier Prozent Umsatzwachstum erwartet.
Etsy steigert Gewinn trotz sinkender Verkäufe
Glück im Unglück: Der C2C-Marktplatz Etsy steigerte laut Pressemitteilung seinen Umsatz im vierten Quartal um 1,2 Prozent auf 852,2 Mio. Dollar, erhöhte den Gewinn um 56 Prozent auf 129,9 Mio. Dollar und das alles trotz eines um 8,6 Prozent gesunkenen Bruttowarenvolumens. Während sich die Verkäufe auf der Mutterplattform negativ entwickelt hätten, wäre es dafür bei den Töchtern Depop (Secondhand-Mode) und Reverb (Musikinstrumente) aufwärts gegangen. In diesem Quartal wolle Etsy sein Geschäft mit dem Treueprogramm „Insider“ wieder beleben.
Yandex mit einem Plus von 37 Prozent
Der russische Internetkonzern Yandex verzeichnete 2024 laut Pressemitteilung einen Jahresumsatz von 11,22 Mrd. Dollar, was einem Wachstum von 37 Prozent entspricht. Das Unternehmen plane erstmals eine Dividendenausschüttung von 91 Cent je Aktie und erwarte für 2025 ein Wachstum von mindestens 30 Prozent. Oft das „russische Google“ genannt, bietet Yandex auch einen Browser an, liefert Essen aus, betreibt YandexGPT, vermittelt Fahrten, verkauft Anzeigen und testete autonome Taxis. Zum Vergleich: Das „amerikanische Yandex“ Alphabet meldete im letzten Jahr einen Umsatz von 350 Mrd. Dollar, wuchs aber nur 14 Prozent.
Alibaba wächst deutlicher als erwartet
Der chinesische Online-Handelskonzern Alibaba steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal 2024 um acht Prozent auf 38,46 Mrd. Dollar, berichtet Techinasia.com. Der Gewinn für die Aktionäre habe sich auf 6,7 Mrd. Dollar verdreifacht, wozu sowohl das operative Geschäft als auch Beteiligungserträge beigetragen hätten. Dank der Expansion in Europa und am Golf habe die internationale Sparte 32 Prozent zugelegt und Alibaba Cloud dank der KI-Produkte 13 Prozent.
TRENDS & TECHNOLOGIE
EU: Anteil der Online-Shopper steigt
77 Prozent der EU-Bürger, die im letzten Jahr das Internet benutzten, nutzten es auch zum Online-Shopping, meldet Eurostat. Die höchsten Anteile verzeichneten Irland (96 Prozent), die Niederlande (94 Prozent) und Dänemark mit (92 Prozent), den niedrigsten Bulgarien (57 Prozent). Bei den gekauften Waren führten Kleidung, Schuhe und Accessoires mit 45 Prozent, gefolgt von Restaurant-Lieferungen mit 21 Prozent sowie Beauty- und Wellnessprodukten mit 20 Prozent.
Australiens Kids stört das Social-Media-Verbot kaum
Australien hat – mit breiter Zustimmung – ein Nutzungsverbot sozialer Medien für Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt, doch die Regelungen lassen sich leicht umgehen, zeigt eine Untersuchung der Sicherheitsbehörde Esafety. Laut der Studie nutzen 80 Prozent der australischen Kinder zwischen acht und zwölf Jahren sowie 95 Prozent der 13- bis 15-Jährigen weiterhin Plattformen wie Facebook, TikTok oder Instagram – die Hälfte über Konten ihrer Eltern, die andere Hälfte lügt einfach bei der Altersabfrage. Darum dürften die Plattformen nicht einmal wissen, wie viele minderjährige Nutzer sie wirklich haben.
Zwölf Prozent sind aus Angst höflich zu Chatbots
70 Prozent der amerikanischen und britischen Nutzer pflegen in der Kommunikation mit Chatbots und Smart Speakern einen höflichen Umgangston, zitiert Techradar.com eine Umfrage der Verlags „Future“. Das unhöfliche Drittel spare sich lieber die Zeit bei der Prompteingabe oder erkenne keinen Sinn darin, zur KI höflich zu sein. Immerhin zwölf Prozent gaben an, dass sie sicherheitshalber die Umgangsformen waren würden – falls es jemals zu einem KI-Aufstand komme. Höflichkeit zum Überleben, Skynet sei Dank.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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