"Wo Hollister ist, sind auch Schlangen vor der Tür"

"Wo Hollister ist, sind auch Schlangen vor der Tür"

Christian Greiner, Handelsberater und designierter Vorstand des Modehändlers Ludwig Beck, erklärt im Interview mit derhandel.de den Hype um die Abercrombie & Fitch-Tochter Hollister in Deutschland.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Christian Greiner (31), Handelsberater und ab dem 1. Januar 2011 Vorstandsmitglied des Modehändlers Ludwig Beck für die Bereiche Einkauf, Verkauf und Marketing erklärt im Interview die Gründe des Hypes um Hollister.

Können Sie den Hype um Hollister in Deutschland verstehen?
Ja, kann ich schon. Es handelt sich um ein sehr erfolgreiches Konzept aus dem USA, das in Deutschland eins zu eins umgesetzt wurde und bei der jungen Zielgruppe extrem gut ankommt. Ganz gleich, wo Hollister aufmacht: Immer sind Schlangen vor der Tür.

Was ist das Geheimnis des Erfolges vom Hollister-Konzept?
Zunächst baut das Geschäft auf ein sympathisches Kalifornien-Image, das man sofort mit Surfen und guter Laune verbindet. Dann setzen die Hollister-Länden genau so wie die Geschäfte der Mutter Abercrombie & Fitch auf den Club-Gedanken: Wer herein kommt, darf sich aus Auserwählter fühlen. Die Schlangen vor der Tür werden so zum Teil der Inszenierung.

Und wie sieht es mit dem Ladenbau aus?
Aus Sicht eines „normalen" Händlers machen Abercrombie & Fitch und Hollister alles falsch: Sie haben laute Musik statt nur dezent im Hintergrund, die Läden sind dunkel statt hell, die Schaufenster sind oft verhangen und das Personal ist in der Regel überhaupt nicht kompetent. Nur: Bei diesen Konzepten funktioniert das. Es ist eine erfolgreiche Ausnahmeerscheinung, die zudem das Einkaufserlebnis mit Duft und Musik emotional auflädt.

Kann man mit einem solchen Konzept beliebig expandieren?
Das ist eine spannende Frage: Verlieren Abercrombie & Fitch und Hollister an „Sex Appeal", wenn sie viele weitere Läden eröffnen? Ich befürchte fast, ja. Besser wäre es aus meiner Sicht, die Expansion auf wenigen Städten zu begrenzen, damit der Exklusivitätscharakter nicht verloren geht.

Interview: Marcelo Crescenti
Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.