
"Woolworth-Vermieter muss sich bewegen"
Wenn der Hauptvermieter von Woolworth keine Zugeständnisse macht, könnte die Rettung der Kaufhauskette gefährdet sein, sagt Verdi. Sogar der Insolvenzverwalter schlägt nun Alarm.
Björn BöerChefredakteurVerdi warnt vor "überflüssiger Liquidation"
Auch die Gewerkschaft Verdi zur Eile. Der Hauptvermieter Cerberus müsse rasch eine Entscheidung treffen, sonst drohten noch in dieser Woche Investoren abzuspringen, sagte der Verdi-Handelsexperte Johann Rösch der Nachrichtenagentur dpa.
Am Ende könnten eine "völlig überflüssige" Liquidation von Woolworth und der Verlust von 4.500 Arbeitsplätzen stehen, warnte der Funktionär.
Alle schauen auf Cerberus
Erst in der vergangenen Woche hatte Insolvenzverwalter Hermann mitgeteilt, dass mehrere Verträge mit Bietern unterzeichnet wurden. Dies sollte die Fortführung von Woolworth-Filialen als Discounter ermöglichen.
Doch nach wie vor fehlt die Zustimmung des Hauptvermieters Cerberus. Insolvenzverwalter Hermann hatte eine Blockadehaltung des Finanzinvestors noch bestritten.
Frist für Verkauf läuft bald ab
Die DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit im April 2009 Insolvenzantrag gestellt. Viele der damals 311 Filialen wurden zwischenzeitlich verkauft, 161 Filialen sollen unter der Marke Woolworth erhalten bleiben.
Die zwischen Insolvenzverwalter und Gläubigern vereinbarte Frist für die Käufersuche läuft zum Monatsende ab.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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