
Woolworth will große und kleine Filialen abstoßen
Der Insolvenzverwalter der Kaufhauskette Woolworth setzt bei der Suche nach einem Investor auf die mittelgroßen Standorte. Das Schicksal vieler Häuser ist derweil bereits besiegelt.
Björn BöerChefredakteurFür die übrigen Standorte liefen Gespräche mit Interessenten, darunter seien namhafte Schuhketten, Textildiscounter und Drogeriemärkte.
Schließungen quer durch die Republik
Zur Zukunft einzelner Standorte will sich das Unternehmen nicht äußern. Doch das Schicksal einiger Häuser ist bereits bekannt - zum Beispiel in der Rhein-Neckar-Region: Dort sollen bis spätestens Anfang Oktober fünf Filialen geschlossen werden, und zwar in Mannheim-Feudenheim, Ludwigshafen/Saarlandstraße, Sandhausen, Germersheim und Bad Bergzabern.
Dafür soll in einer anderen Filiale in Ludwigshafen ein Vorzeigegeschäft entstehen. "Das Sortiment wird bereinigt, das Erscheinungsbild attraktiver", erklärte ein Sprecher gegenüber der Zeitung „Mannheimer Morgen".
In Hessen werden die Standorte in Willingen, Lich, Bürstadt, Wolfhagen, Niedernhausen, Bad Camberg und Schlitz aufgegeben.
Auch weitere Standorte quer durch die Republik werden laut Medienberichten geschlossen, wie zum Beispiel in Jülich, Breisach, Bad Waldsee, Oldenburg, Hausach und Würzburg.
Insolvenzverfahren seit dem 1. Juli
Die Frankfurter DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Mitte April einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren war am 1. Juli eröffnet worden.
Das Unternehmen beschäftigt zurzeit noch rund 9.000 Mitarbeiter.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge