
Zustelloptionen entscheiden über Warenkauf
Analog zum E-Commerce wächst auch der Paketmarkt. Zwei Anbieter dominieren das Geschäft - aber der Kunde bestimmt immer mehr den Takt. Das hat auch Konsequenzen für Händler.
Insbesondere das Geschäft mit Privatkunden nahm dabei kräftig zu. Dementsprechend dominieren zwei Anbieter den Markt, die vor allem im Endkunden-Geschäft tätig sind, so die Studie: DHL mit einem Marktanteil von 49 Prozent, Hermes bekommt im Erhebungszeitraum immerhin 14 Prozent des Kuchens ab. Das übrige Segment verteilt sich auf Wettbewerber, die stärker auf das Geschäftskunden-Segment ausgerichtet sind: DPD (16 Prozent Marktanteil), UPS (13 Prozent Marktanteil) und GLS (8 Prozent Marktanteil).
43,5 Millionen Pakete in Berlin
Rund 1,25 Milliarden Sendungen, im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 8,6 Prozent, wurden im Jahr 2015 an deutsche Haushalte ausgeliefert. Dabei ähnelt die geografische Verteilung des Paketvolumens annähernd der Bevölkerungsverteilung: In der deutschen Hauptstadt mit ihren rund 3,5 Millionen Einwohnern wurden 43,5 Millionen Pakete registriert. Ländliche Regionen, insbesondere die neuen Bundesländer, weisen die geringsten Paketvolumina auf.
Der Trend dürfte sich analog zum weiteren Wachstum des E-Commerce fortsetzen: "Das private Bestellverhalten der Kunden ist der wichtigste Wachstumstreiber im Paketmarkt" , sagt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh. "Die Dynamik der vergangenen Jahre wird sich fortschreiben. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem erneuten Umsatzplus von 12 Prozent im E-Commerce."
Angenehmste Lieferoption entscheidet über Kauf
Dabei weist er Händler auf einen wichtigen Aspekt bei der Auswahl der Logistikdienstleister hin: "Der Kunde kann heute aus einer Fülle an Möglichkeiten wählen. Sehr bald schon wird nicht mehr nur das Angebot, sondern die angenehmste Lieferoption die Kaufentscheidung des Kunden beeinflussen."
Neue Konzepte auf der letzten Meile, marktfremde Anbieter: Der Wandel der Zustellprozesse stelle die Logistiker vor ein Dilemma, so ein Fazit der Studie. Sie müssten die Kapazitäten an das künftige Wachstum anpassen und ihre Dienstleistungen auf die sich weiter individualisierenden Anforderungen ausrichten.
Redakteurin
Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de
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