
Zweifelhafte Immobiliendeals von Anton Schlecker
"Es ist nichts mehr da", ist der längst legendäre Satz von Meike Schlecker. Doch die Zweifel an der neuen Armut der Drogeriefamilie mehren sich. Presseberichten zufolge soll Anton Schlecker Grundstücke an die Kinder übertragen haben.
David WöllensteinRedakteurGrundstücke für die Kinder
Dem Bericht zufolge übertrug Anton Schlecker seinem Sohn Lars am 7. September 2011 - knapp fünf Monate vor dem Insolvenzantrag - ein 7.000 Quadratmeter großes Firmengrundstück am Stammsitz des Unternehmens im baden-württembergischen Ehingen. Zuvor hatte seine Schwester demnach ein gleichgroßes Grundstück erhalten; dieser Vertrag sei bereits 2008 geschlossen worden.
Die Zeitung beruft sich auf den Schenkungsvertrag, der ihr vorliege. Darin heiße
es: "Eine Gegenleistung in Geld haben Frau Meike Schlecker und Herr Lars Schlecker nicht zu erbringen." 2011 schloss das Unternehmen mit einem Verlust von 200 Millionen Euro ab.
Lebenslanges Nutzungsrecht für die Villa
Am 26. Juni 2009 habe Schlecker das auf acht Millionen Euro geschätzte Familien-Anwesen (13.000 Quadratmeter) in Ehingen notariell an seine Ehefrau übertragen, wobei das Unternehmen schon damals in der Verlustzone gewesen sei, schreibt das Blatt weiter. In der Vereinbarung steht demnach auch, dass Anton Schlecker sich ein lebenslängliches Nutzungsrecht für die Villa einräumen ließ. Im Todesfall seiner Frau würde laut notarieller Regelung diese wieder in seinen Besitz übergehen, berichtete "Bild". Die Familie habe sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern wollen.
Anton Schlecker haftet im Rahmen der Insolvenz seiner 1975 gegründeten Firma auch mit seinem Privatvermögen. Schlecker hatte im Januar Insolvenz gemeldet. Am heutigen Nachmittag sollen alle noch verbliebenen 2.800 Filialen endgültig schließen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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