3D-Illustration: zwei geometrische Formen teilen sich symmetrisch eine Kugel als Sinnbild für Übernahme
© Black Forest Labs / Flux

Stripe und Advent wollen sich Paypal teilen

Der Zahlungsabwickler Stripe und der Finanzinvestor Advent International haben Paypal ein gemeinsames Übernahmeangebot über 60,50 Dollar je Aktie vorgelegt, berichtet Manager-Magazin.de. Das entspreche einem Aufschlag von rund 28 Prozent; abgesichert sei die Offerte durch Bankenzusagen über etwa 50 Mrd. Dollar. Beide wollten Paypal je zur Hälfte besitzen. Der einstige Digitalzahlungs-Pionier kämpfe gegen Apple Pay und Google Pay; der Börsenwert schrumpfte seit 2021 von 360 auf zuletzt 36 Mrd. Dollar.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
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Stripe und Advent legen offenbar Übernahmeangebot für PayPal vor

Der Zahlungsabwickler Stripe und der Finanzinvestor Advent International wollen PayPal Insidern zufolge gemeinsam übernehmen. Nach Angaben zweier mit der Angelegenheit vertrauter Personen wurde Anfang des Monats ein Angebot über 60,50 Dollar je Aktie vorgelegt. Das entspräche einem Aufschlag von rund 28 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs der PayPal-Aktie. Die Offerte soll durch Finanzierungszusagen von Banken über etwa 50 Milliarden Dollar abgesichert sein.

Geplant sei demnach eine Übernahme zu gleichen Teilen: Stripe und Advent würden PayPal jeweils zur Hälfte besitzen. Eine erste Kontaktaufnahme soll bereits Anfang April erfolgt sein. Eine Antwort von PayPal hätten die Bieter bislang jedoch nicht erhalten. In den kommenden Wochen strebten Stripe und Advent Gespräche mit dem Unternehmen an. Advent lehnte eine Stellungnahme ab; von PayPal und Stripe lagen zunächst keine Kommentare vor.

Die Nachricht über das mögliche Angebot traf auf ein Unternehmen, das seit Jahren unter wachsendem Wettbewerbsdruck steht. PayPal zählt zu den Pionieren des digitalen Bezahlens und wurde einst unter Beteiligung des späteren Tesla-Chefs Elon Musk und des Investors Peter Thiel aufgebaut. Inzwischen hat der Konzern jedoch deutlich an Marktdynamik verloren. Anbieter wie Apple Pay und Google Pay haben den Wettbewerb im digitalen Zahlungsverkehr verschärft.

Der Kursverfall spiegelt diese Entwicklung deutlich wider: Der Börsenwert von PayPal lag während der Pandemie im Jahr 2021 noch bei rund 360 Milliarden Dollar, fiel in diesem Jahr aber zeitweise auf 36 Milliarden Dollar. Allein in den vergangenen zwölf Monaten verlor das Unternehmen mehr als 40 Prozent seines Marktwerts. Nach Bekanntwerden der Offerte zog die PayPal-Aktie vorbörslich zuletzt um mehr als zehn Prozent an.

Um gegenzusteuern, hat der im März angetretene Konzernchef Enrique Lores einen umfassenden Umbau eingeleitet. Im April wurde das operative Geschäft in drei Einheiten aufgeteilt, darunter der Bezahldienst Venmo sowie der Bereich für Zahlungen und Kryptowährungen. Ziel ist es, PayPal wieder auf Wachstumskurs zu bringen und die Struktur des Konzerns stärker auf die zentralen Geschäftsfelder auszurichten.

Stripe hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2010 zu einem der wichtigsten Zahlungsdienstleister im Onlinehandel entwickelt. Die Systeme des US-Unternehmens kommen unter anderem beim Check-out von Plattformen wie Airbnb oder Amazon zum Einsatz und bündeln verschiedene Bezahloptionen. Zusätzlich positioniert sich Stripe mit Infrastruktur für KI-Shopping und Stablecoin-Zahlungen. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg das Transaktionsvolumen von Stripe um 34 Prozent auf 1,9 Billionen Dollar. PayPal erreichte im gleichen Zeitraum ein Plus von sieben Prozent auf 1,8 Billionen Dollar.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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