Preloved Tech startet Live-Commerce-Dienst ExcessFlow
Die britische Recommerce-Plattform Preloved Tech erweitert ihr Geschäft um ExcessFlow und führt damit ein Angebot ein, das Unternehmen den Einstieg in Live-Shopping erleichtern soll. Der neue Dienst wird als „Live Commerce as a Service“ positioniert und richtet sich an Anbieter, die Live-Verkäufe testen oder skalieren möchten, ohne ein eigenes Team für Moderation, Produktion, Marktplatzsteuerung und Abwicklung aufzubauen. Über den Start meldet Channelx.world.
Der Ansatz von ExcessFlow bündelt mehrere Bausteine, die für erfolgreiche Live-Verkäufe auf Marktplätzen notwendig sind: Warenaufbereitung, Präsentation vor der Kamera, technische Produktion, Marktplatz-Know-how, Zugang zu einem bestehenden Publikum, Fulfilment-Prozesse sowie Reporting. Unternehmen stellen die Produkte bereit, ExcessFlow übernimmt den operativen Ablauf. Damit entsteht ein Modell, das besonders für Firmen interessant ist, die überschüssige Bestände schneller vermarkten oder Live-Shopping zunächst mit begrenztem Ressourceneinsatz erproben wollen.
Im Mittelpunkt steht dabei der Verkauf über Ebay Live. Während TikTok als ursprünglicher Treiber des Live-Commerce gilt, bringt Ebay eine andere Ausgangslage mit: ein Publikum, das Auktionen gewohnt ist und auf Gebote reagiert. Genau hier sieht ExcessFlow seine Stärke. Preloved Tech gilt als umsatzstärkster Technik-Verkäufer auf Ebay Live und bringt laut Darstellung ein bereits aktives, kauffreudiges Publikum mit. Für Partner kann daraus ein direkter Zugang zu Reichweite, Verkaufsdynamik und beschleunigter Bestandsverwertung entstehen.
ExcessFlow beschreibt sein Angebot als Consignment-Selling-Modell. Die Waren werden also im Auftrag der Partner verkauft, während das Ergebnis eng mit deren Interessen verknüpft bleibt. Betont werden dabei Markenschutz und Transparenz: Bestände sollen verantwortungsvoll, effizient und mit voller Sichtbarkeit über den Prozess hinweg vermarktet werden. Das ist relevant, weil Live-Commerce nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern auch Vertrauen, klare Abläufe und nachvollziehbare Verkaufsprozesse verlangt.
Für Unternehmen liegt der Nutzen vor allem in der Entlastung. Ein eigener Live-Commerce-Betrieb erfordert Moderatoren, Equipment, Erfahrung mit Marktplatzmechaniken, ein engagiertes Publikum, Fulfilment-Strukturen sowie Zeit und Personal. Preloved Tech verfügt nach eigenen Angaben bereits über diese Infrastruktur und führt täglich mehrere Ebay-Live-Sessions durch. ExcessFlow soll diese vorhandene operative Basis für Partner nutzbar machen und damit eine Art ausgelagerte Live-Commerce-Abteilung bereitstellen.
Der Start zeigt, wie sich Live-Shopping in Großbritannien weiter professionalisiert. Aus einzelnen Verkaufssessions wird ein Service-Modell, das Prozesse standardisiert und Unternehmen einen niedrigschwelligen Zugang eröffnet. Für Marken und Händler, die Bestände kontrolliert abbauen, neue Absatzkanäle testen oder Live-Verkäufe ohne hohe Anfangsinvestitionen prüfen möchten, bietet ExcessFlow einen klar umrissenen Weg: Produkte liefern, Betrieb auslagern und auf bestehende Live-Commerce-Kompetenz zugreifen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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