Alphabet wächst weiter zweistellig, erhöht aber die Investitionen
Die Google-Mutter Alphabet hat im zweiten Quartal erneut stärker abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz stieg laut Heise.de im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden US-Dollar und lag damit über den von Marktbeobachtern erwarteten 116,9 Milliarden Dollar. Nach Unternehmensangaben war es bereits das zwölfte Quartal in Folge mit zweistelligem Umsatzwachstum.
Auch die Ertragslage entwickelte sich dynamisch: Der Betriebsgewinn legte im Jahresabstand um 30,4 Prozent auf 40,8 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn stieg laut Bericht gegenüber dem Vorjahr nahezu auf das Vierfache und erreichte 112,1 Milliarden Dollar; dazu trugen Einnahmen aus Aktiengeschäften in Höhe von 98 Milliarden Dollar bei. Gegenüber dem ersten Quartal erhöhte sich der Umsatz um 9 Prozent.
Der wichtigste Wachstumstreiber blieb die Cloud-Sparte. Google Cloud verzeichnete ein Plus von 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Alphabet führt diese Entwicklung auf die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Lösungen und geschäftlicher KI-Infrastruktur zurück. Als weiteres Signal nannte der Konzern 950 Millionen monatliche Nutzer der Gemini-App.
Auch die etablierten Google-Dienste legten weiter zu. Die Umsätze der Google-Suche wuchsen um 17 Prozent, Google-Abonnements um 15 Prozent und YouTube-Anzeigen um 13 Prozent. Insgesamt erzielten die Google-Dienste Einnahmen von 94,5 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. YouTube profitierte nach Angaben von Alphabet zudem stark vom Interesse an der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Mehr als 1,7 Milliarden einzelne Nutzer sahen Videos mit WM-Bezug.
Parallel zum Wachstum steigen jedoch die Kosten deutlich. Alphabet hob das Budget für Ausgaben und Investitionen für das Gesamtjahr von zuvor maximal 190 Milliarden Dollar auf 195 bis 205 Milliarden Dollar an. Diese höhere Spanne sorgt am Markt für Zurückhaltung: Der Aktienkurs gab nachbörslich um 2 bis 3 Prozent nach. Auch die Belegschaft wuchs; die Zahl der Beschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent auf 198.933.
Alphabet-Chef Sundar Pichai betonte die strategische Bedeutung der Investitionen. Die KI-Ausgaben definierten neu, was in allen Bereichen des Unternehmens möglich sei. Für Anleger bleibt damit ein gemischtes Bild: Das operative Geschäft wächst breit und kräftig, zugleich erhöht der Konzern den finanziellen Einsatz, um seine Position in Cloud, Suche, YouTube und KI-Infrastruktur weiter auszubauen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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