Notino steigert Umsatz auf 1,76 Milliarden Euro
Notino hat seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr deutlich ausgebaut: Der Omnichannel-Beauty-Händler aus Tschechien legte um 11,5 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro zu, meldet Ecommercenews.eu. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als Marktführer im europäischen E-Commerce für Beauty- und Gesundheitsprodukte und zählt inzwischen zu den sichtbarsten Wachstumsgeschichten des tschechischen Onlinehandels.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Mehrjahresvergleich. 2021 erzielte Notino noch 737 Millionen Euro Umsatz; vier Jahre später liegen die Erlöse um mehr als eine Milliarde Euro höher. Damit hat das Unternehmen seine Umsätze seit 2021 mehr als verdoppelt. Die Basis des Geschäfts ist inzwischen breit: Notino beliefert mehr als 40 Millionen Kunden in 27 europäischen Märkten und baut seine Position damit deutlich über den Heimatmarkt hinaus aus.
Der wichtigste Einzelmarkt ist Polen, das 15 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Dahinter folgen Tschechien mit 12 Prozent und Italien mit 9 Prozent. Die stärkste Umsatzdynamik verzeichnete Notino im vergangenen Geschäftsjahr in Kroatien und Litauen, wo die Erlöse jeweils um mehr als 25 Prozent wuchsen. Trotz des robusten Gesamtbilds fiel das Jahreswachstum niedriger aus als in früheren Jahren. Zum Ende des Geschäftsjahres, das bis April 2026 lief, zog die Entwicklung jedoch deutlich an: In den ersten Monaten des Jahres 2026 erreichte das Umsatzwachstum 27 Prozent.
Co-CEO Jakub Šedý verweist darauf, dass Notino das Geschäftsjahr mit zweistelligem Wachstum abgeschlossen und dabei den europäischen E-Commerce-Markt übertroffen habe. Zugleich betont das Unternehmen seine solide finanzielle Position, die weitere Investitionen ermöglichen soll. Die Führung liegt inzwischen bei drei Co-CEOs, nachdem Zbyněk Kocián das Unternehmen zuvor mehr als sechs Jahre geleitet hatte.
Ein zentraler Wachstumstreiber ist neben dem Onlinegeschäft die Omnichannel-Expansion. Notino betreibt derzeit 27 stationäre Geschäfte in acht Ländern; die Umsätze in den Filialen stiegen im Jahresvergleich um nahezu 30 Prozent. Damit gewinnen physische Standorte für den Händler weiter an Bedeutung und ergänzen das digitale Kerngeschäft.
Im Wettbewerbsumfeld trifft Notino auf große Beauty- und Modehändler wie Douglas, Zalando und Flaconi. Flaconi wuchs im vergangenen Jahr mit 27 Prozent zwar schneller, bleibt mit einem Jahresumsatz von 651 Millionen Euro aber deutlich kleiner. Notino verbindet damit eine größere Umsatzbasis mit weiterem Wachstumspotenzial in Europa.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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