Zalando konkretisiert Jahresausblick – Aktie gerät unter Druck
Zalando hat seine Jahresprognose präzisiert und damit an der Börse keine positive Reaktion ausgelöst: Die Aktie fiel ans Dax-Ende, wie T-Online.de meldet. Im Mittelpunkt stehen Zahlen, die auf den ersten Blick deutliches Wachstum zeigen, zugleich aber eine schwächere Ertragslage offenlegen. Genau diese Spannung prägt die Einordnung des Quartals: Zalando wächst beim Umsatz und beim Bruttowarenvolumen kräftig, verdient unter dem Strich jedoch weniger als im Vorjahreszeitraum.
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um ein Fünftel auf 3,4 Mrd. Euro. Auch das Bruttowarenvolumen legte klar zu und erreichte 4,9 Mrd. Euro. Diese Kennzahlen unterstreichen, dass das Geschäft in der betrachteten Periode deutlich an Umfang gewonnen hat. Für Anleger war jedoch offenbar entscheidend, dass sich dieses Wachstum nicht entsprechend im Nettogewinn niederschlug. Der Gewinn sank auf 73,8 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch 96,6 Mio. Euro erzielt worden waren.
Die nun konkretisierte Prognose für das bereinigte Ebit setzt einen Rahmen von 680 bis 720 Mio. Euro. Das Management zeigt sich zuversichtlich, die Mitte dieser Spanne zu erreichen. Damit signalisiert Zalando operative Stabilität innerhalb der eigenen Planung, ohne jedoch die Sorgen des Marktes vollständig auszuräumen. Die Kursreaktion verdeutlicht, dass Investoren nicht allein auf wachsende Erlöse blicken, sondern vor allem auf die Frage, wie profitabel dieses Wachstum ausfällt.
Wachstum trifft auf Margendruck
Die Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite stehen deutlich höhere Erlöse und ein gestiegenes Bruttowarenvolumen, auf der anderen Seite ein rückläufiger Überschuss. Für die Bewertung bleibt damit zentral, ob Zalando das Umsatzwachstum künftig wieder stärker in Ergebnisqualität übersetzen kann. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass ein höheres Geschäftsvolumen allein nicht genügt, wenn die Gewinnentwicklung hinter den Erwartungen zurückbleibt oder im Jahresvergleich nachgibt.
Für die weitere Wahrnehmung am Kapitalmarkt dürfte deshalb weniger die reine Wachstumsdynamik entscheidend sein als die operative Umsetzung der bestätigten Zielspanne. Sollte Zalando die Mitte der Ebit-Spanne erreichen, würde das die Aussagen des Managements stützen. Kurzfristig überwiegt jedoch der Eindruck eines Quartals, das zwar beim Umsatz überzeugt, beim Gewinn aber einen Dämpfer liefert. Die Börsenreaktion macht sichtbar, wie sensibel Anleger auf diese Differenz reagieren.
- Umsatz: 3,4 Mrd. Euro, plus 20 Prozent im zweiten Quartal
- Bruttowarenvolumen: 4,9 Mrd. Euro
- Gewinn: 73,8 Mio. Euro nach 96,6 Mio. Euro im Vorjahr
- Bereinigtes Ebit: Zielspanne von 680 bis 720 Mio. Euro

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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