3D-Illustration eines sich öffnenden Glas-Tors als Symbol für offenen App-Store-Wettbewerb
© Black Forest Labs / Flux

Google USA muss Konkurrenz-Store verteilen

In den USA können Android-Nutzer mit „Aptoide Games“ jetzt über den Google Play Store einen eigenständigen Drittanbieter-Store laden, berichtet ITMagazine.ch. Vorausgegangen sei ein jahrelanger Rechtsstreit mit Epic Games. Da der Play-Store-Schutz nicht mehr greife, setze Aptoide auf eigene Malware-Scans. Das Angebot gelte vorerst nur für die Staaten; Europäer blieben auf das riskantere APK-Sideloading angewiesen. Ein globales Programm für alternative Stores stehe noch aus.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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Aptoide Games startet als alternativer Android-Store in den USA

Android-Nutzer in den USA können mit Aptoide Games erstmals einen eigenständigen Drittanbieter-Store offiziell über den Google Play Store beziehen. Die auf Smartphone-Spiele spezialisierte Plattform lässt sich dort direkt herunterladen und erspart US-Nutzern damit den bislang üblichen Umweg über APK-Sideloading, der häufig mit zusätzlichen Sicherheitswarnungen und manuellen Installationsschritten verbunden war. Über den Start berichtet ITMagazine.ch; als weiterer Hintergrund wird auf Informationen von „Android Authority“ verwiesen. Der Schritt markiert eine sichtbare Öffnung des Android-Ökosystems in den Vereinigten Staaten und setzt zunächst bei Games an.

Vorausgegangen ist ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Google und Epic Games. In dessen Folge muss Google sein App-Ökosystem in den USA für Stores von Drittanbietern öffnen und deren Verbreitung innerhalb des Play Stores ermöglichen. Aptoide Games macht nun den Anfang. Für Google ist das ein relevanter Einschnitt, weil der Play Store bisher nicht nur als zentraler Vertriebskanal, sondern auch als kontrollierter Zugangspunkt für App-Installationen diente. Für Nutzer entsteht dadurch mehr Auswahl, zugleich verschiebt sich ein Teil der Verantwortung für Sicherheit und Prüfung auf die Anbieter der alternativen Stores.

Genau an diesem Punkt setzt Aptoide mit eigenen Sicherheitsmechanismen an. Sobald der alternative Store installiert ist und genutzt wird, greifen die Schutzfunktionen des Play Store nicht mehr direkt. Aptoide erklärt daher, man setze auf eigene Malware-Scans, validiere und verifiziere Software sowie Entwickler und wolle verdächtige Angebote erkennen. Damit soll das Vertrauen in den Drittanbieter-Store gestärkt werden, auch wenn der Wechsel aus der Google-Umgebung heraus für Nutzer eine neue Sicherheitslogik bedeutet. Im Kern geht es nicht nur um zusätzliche App-Auswahl, sondern um die Frage, wie offene Vertriebsmodelle im Tech-Umfeld mit verlässlicher Prüfung verbunden werden können.

Der neue Zugang bleibt allerdings regional begrenzt: Das Angebot gilt derzeit ausschliesslich für die USA. Europäische Android-Nutzer müssen alternative Stores weiterhin über APK-Dateien installieren, sofern sie solche Angebote verwenden wollen. Dieser Weg gilt als umständlicher und riskanter, weil er ausserhalb des regulären Play-Store-Prozesses stattfindet und Nutzer dabei zusätzliche Warnhinweise sowie manuelle Entscheidungen durchlaufen müssen. Ein vergleichbarer offizieller Download über den Play Store steht ihnen bislang nicht zur Verfügung.

Aptoide dürfte in den USA nicht der einzige alternative Store bleiben. Konkrete Angaben dazu, wann Drittanbieter-Stores weltweit in ähnlicher Form zugänglich werden könnten, gibt es derzeit nicht. Google soll jedoch an einem globalen Programm für registrierte alternative Stores arbeiten. Bis dahin bleibt der Start von Aptoide Games ein auf die USA beschränkter, aber symbolisch wichtiger Schritt: Er zeigt, wie sich die Machtverhältnisse im Android-App-Vertrieb nach gerichtlichen Auseinandersetzungen verändern und welche praktischen Folgen das für Nutzer, Entwickler und Plattformbetreiber haben kann.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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