Niceshops wächst gegen den Markttrend
Das steirische E-Commerce-Unternehmen Niceshops hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt und einen Umsatz von 97,3 Millionen Euro erzielt. Damit entwickelt sich das Unternehmen gegen den allgemeinen Trend im österreichischen Handel: Laut ORF.at ergab die Halbjahresbilanz des heimischen Handels inflationsbereinigt ein Minus von 0,7 Prozent. Niceshops rechnet hingegen für das Gesamtjahr mit einem neuen Umsatzrekord.
Der bisher genannte Rekordwert liegt bei 169 Millionen Euro. Angesichts der starken ersten Jahreshälfte erwartet das Unternehmen, diesen Wert zu übertreffen. Die Entwicklung folgt auf eine Phase der Neuaufstellung: In den vergangenen zwei Jahren musste Niceshops Personal abbauen, hat sich nach eigenen Angaben aber strategisch neu positioniert. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 400 Mitarbeiter an den Standorten Saaz, Graz und Wien.
Ein zentraler Hebel für das weitere Wachstum ist die internationale Ausrichtung. Niceshops verfügt über eine Kundenbasis von 1,3 Millionen aktiven Nutzern in verschiedenen Ländern. Zu den wichtigsten Märkten zählen derzeit Österreich, Deutschland und die Schweiz; Ungarn gilt laut Unternehmen als aufstrebende Region mit großem Potenzial. Im kommenden Jahr will Niceshops zwei weitere Länder erschließen und seine Präsenz über die bestehenden Kernmärkte hinaus ausbauen.
Zum Profil des Unternehmens gehören neben dem Onlinehandel auch Logistik- und Technologiedienstleistungen. Zudem verweist Niceshops auf seinen umweltfreundlichen Versand: Die Zustellung erfolgt plastikfrei und mit 100 Prozent Ökostrom. Damit verbindet das Unternehmen operative Effizienz mit einem klaren Bezug zu Nachhaltigkeit, der im Wettbewerb zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Niceshops trotz eines schwächeren Handelsumfelds Wachstum erzielen kann. Entscheidend sind dabei die Kombination aus internationaler Kundenbasis, neu ausgerichteter Organisation, nachhaltigem Versandmodell und der geplanten Expansion. Für das steirische Unternehmen steht damit ein Jahr im Zeichen von Wachstum und Marktausbau.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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