Delivery Heros Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären, Ubers Übernahmeangebot anzunehmen, meldet Manager-Magazin.de. Die 41,50 Euro je Aktie seien fair und angemessen, rund 35 Prozent über dem Dreimonatsschnitt vor der Juliofferte. Ein Gegenbieter habe kaum Chancen: Uber halte bereits rund 53 Prozent. Gegen Kartellbedenken reiche Delivery Hero sein Geschäft in 14 Ländern an den Finanzinvestor SSW Partners weiter.
Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero empfehlen den Aktionären, das Angebot von Uber anzunehmen. Wie Manager-Magazin.de berichtet, bewertet die Unternehmensspitze die Offerte als im Interesse der Gesellschaft, der Anteilseigner und der Beschäftigten. Im Zentrum steht ein Kaufpreis von 41,50 Euro je Aktie, den Delivery Hero als fair und angemessen einstuft.
Prämie auf den Börsenkurs
Der angebotene Preis liegt nach Angaben des Berliner Unternehmens rund 35 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnittskurs vor der Veröffentlichung von Ubers Angebotsabsicht Mitte Juli. Damit setzt die Führung ein klares Signal an den Markt: Aus ihrer Sicht bietet die Übernahme den Aktionären eine attraktive Bewertung gegenüber dem vorherigen Börsenniveau. Ein konkurrierendes Angebot gilt zugleich als wenig wahrscheinlich, da Uber bereits rund 53 Prozent an Delivery Hero hält.
Umbau gegen Kartellrisiken
Mit dem Zusammenschluss würde Uber zum größten Essenslieferdienst weltweit außerhalb von China aufsteigen. Um mögliche kartellrechtliche Hürden zu entschärfen, gibt Delivery Hero parallel sein Geschäft in 14 Ländern an den New Yorker Finanzinvestor SSW Partners ab. Diese Abgabe ist Teil der Struktur, mit der die Transaktion regulatorisch abgesichert werden soll.
Für den Berliner Standort enthält die Vereinbarung weitere Zusagen. Uber will den Sitz von Delivery Hero früheren Angaben zufolge bis mindestens 2029 in Berlin belassen, die Belegschaft dort stabil halten und bis zu zwei Milliarden Euro in Deutschland investieren. Damit verbindet sich die geplante Transaktion auch mit industriepolitischer Bedeutung für den Standort.
Frist für Aktionäre
Die Annahmefrist für das Angebot läuft vom 27. August bis zum 5. November. Aktionäre müssen in diesem Zeitraum entscheiden, ob sie die Empfehlung der Unternehmensführung annehmen. Maßgeblich sind dabei der gebotene Preis, die bereits bestehende Mehrheitsposition von Uber sowie die geplanten Schritte zur kartellrechtlichen Absicherung. Der nächste feste Prüfpunkt bleibt das Ende der Annahmefrist am 5. November.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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