Meituan hat im zweiten Quartal eine deutliche operative Erholung gezeigt. Die chinesische Lieferplattform kehrte in die Gewinnzone zurück und steigerte ihren Umsatz im Quartal bis Ende Juni um 14,4 Prozent auf umgerechnet 13,6 Milliarden Euro. Damit lag das Unternehmen über den Erwartungen der Analysten, meldet Insideretail.asia. Bereinigt blieb unter dem Strich ein Gewinn von 280 Millionen Euro, nachdem im Vorquartal noch ein Verlust von 650 Millionen Euro angefallen war.
Umsatz wächst zweistellig
Nach Unternehmensangaben erhöhte sich der Umsatz von Meituan im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 auf 104,643 Milliarden Yuan. Das entspricht einem Plus von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Meituan zählt zu den größten Anbietern von On-Demand-Online-Lieferservices in China und ist besonders im Markt der Lebensmittel-Lieferdienste aktiv. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Unternehmen trotz eines angespannten Wettbewerbsumfelds wieder stärker skalieren konnte.
Auch die Profitabilität verbesserte sich. Das operative Ergebnis lag im Berichtszeitraum bei 2,691 Milliarden Yuan. Die operative Marge stieg auf 2,6 Prozent, nach 0,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,155 Milliarden Yuan. Der Vergleich mit dem Vorquartal fällt besonders deutlich aus, weil Meituan dort noch tief in den roten Zahlen lag. Die Rückkehr in die Gewinnzone deutet darauf hin, dass Kostenkontrolle, höhere Auslastung und ein weniger aggressives Marktumfeld zusammengewirkt haben.
Preiskrieg verliert an Schärfe
Ein wesentlicher Faktor ist die Abkühlung des Preiskriegs im chinesischen Quick-Commerce. Meituan, Taobao und JD.com waren zuvor wiederholt von chinesischen Regulierern gerügt worden. Diese Eingriffe haben offenbar dazu beigetragen, dass der Wettbewerb über Rabatte und Subventionen an Intensität verloren hat. Für Meituan verbessert das die Ausgangslage, weil niedrigere Rabattlasten die Margen entlasten können.
Finanziell bleibt der Konzern solide ausgestattet. Zum Ende des letzten Quartals verfügte Meituan über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von knapp 104,717 Milliarden Yuan. Für die weitere Entwicklung bleibt vor allem relevant, ob die Beruhigung im Quick-Commerce anhält und sich die Margen im kommenden Quartal stabilisieren.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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