Youtubes „Shopping-Affiliate-Programm“ startet jetzt auch in Deutschland, meldet Heise.de. Creator im Partnerprogramm könnten Produkte von Online-Händlern markieren und erhielten im Verkaufsfall Prozente. Die Provisionshöhe könnten die Händler pro Produkt festlegen. Momentan gehe der volle Satz an die Creator. Zum Start mit dabei seien About You, Bonprix, Home24, Kaufland, Mediamarkt-Saturn, Otto, Shop-Apotheke, Tchibo, Thalia und XXXLutz.
YouTube öffnet Shopping-Affiliate-Programm für Deutschland
YouTube startet sein Shopping-Affiliate-Programm jetzt auch in Deutschland, wie Heise.de berichtet. Creator im YouTube-Partnerprogramm können Produkte teilnehmender Händler direkt in Videos, Shorts und Livestreams markieren. Kauft ein Zuschauer anschließend im Shop des Händlers, erhalten die Creator eine Provision. Damit rückt YouTube das Thema Social Commerce stärker in den Mittelpunkt und verlagert Affiliate-Mechaniken aus der Videobeschreibung direkt in den Inhalt.
Bisher nutzten viele YouTuber vor allem klassische Affiliate-Links unter ihren Videos. Laut einem internen YouTube-Experiment erzielen Inhalte mit direkten Produkt-Tags jedoch mehr als doppelt so viele Klicks. Für Händler bedeutet das eine prominentere Platzierung ihrer Produkte, für Creator eine zusätzliche Erlösquelle neben Sponsoring, Werbeaufrufen und Beteiligungen an YouTube Premium. Neu ist außerdem, dass Zuschauer Produktinformationen auch am Fernseher aufrufen können.
Zehn Händler zum Start, Ausbau angekündigt
Zum Auftakt sind zehn Händler eingebunden: About You, bonprix, Home24, Kaufland, MediaMarktSaturn, Otto, Shop-Apotheke, Tchibo, Thalia und XXXLutz. Das Händlernetzwerk soll laut YouTube in den kommenden Wochen wachsen. Händler geben dafür ihre Produktkataloge frei; Creator wählen anschließend in YouTube Studio passende Artikel aus und verknüpfen sie mit ihren Inhalten. Für den E-Commerce entsteht damit ein weiterer Vertriebskanal innerhalb einer Plattform, auf der Produktentdeckung und Unterhaltung direkt zusammenfallen.
Die Höhe der Provision legen die Händler pro Produkt selbst fest. Nach der aktuellen Übersicht zu den Teilnahmevoraussetzungen gehen derzeit 100 Prozent der Händlerprovisionen an die Creator. Dieser erhöhte Satz ist allerdings ausdrücklich befristet. Für Händler bleibt damit offen, wie attraktiv die Konditionen nach Ablauf der Einführungsphase ausfallen und wie stark sich das Programm im laufenden Marketing-Mix durchsetzt.
Teilnahme bleibt an klare Bedingungen geknüpft
Mitmachen können nur Creator, die bereits am YouTube-Partnerprogramm teilnehmen und die erforderliche Mindestzahl an Abonnenten erreicht haben. Ausgeschlossen bleiben Musikkanäle sowie Kanäle, die als „speziell für Kinder“ gekennzeichnet sind. Zudem verschärft YouTube die Aufnahmekriterien für das Partnerprogramm ab Februar 2027: Neue Bewerber benötigen dann doppelt so viele Wiedergabestunden oder Shorts-Aufrufe wie bisher.
Für Videos mit getaggten Affiliate-Produkten gelten YouTubes Richtlinien für bezahlte Produktplatzierungen. Creator müssen entsprechende Inhalte daher als Werbung kennzeichnen. Der Start erfolgt vor dem Hintergrund einer breiteren Debatte über Affiliate-Modelle: Das Browser-Add-on Honey stand 2024 in der Kritik, gesetzte Affiliate-Links kurz vor dem Kauf durch eigene ersetzt zu haben. Der nächste Prüfpunkt für YouTube ist nun der angekündigte Ausbau des Händlernetzwerks in den kommenden Wochen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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