Flipkart zieht im indischen Quick Commerce an Amazon vorbei, berichtet Financialexpress.com. Flipkart Minutes betreibe mehr als 1.000 Dark Stores in 120 bis 130 Städten, Amazon Now 500 bis 600 in elf. Minutes aktiviere 40 bis 45 Prozent der Flipkart-Besucher in seinen Städten, Amazon Now weniger als jeden zehnten seiner 60 bis 70 Mio. App-Stammkunden. Außerdem stocke Amazons Ausbau wegen Lager- und Bestandsproblemen. Platzhirsch bleibe Blinkit mit 2.443 Dark Stores.
Flipkart Minutes setzt Amazon Now in Indien unter Druck
Im indischen Quick Commerce verschiebt sich das Kräfteverhältnis sichtbar zugunsten von Flipkart. Nach Angaben von Financialexpress.com liegt Flipkart Minutes im direkten Vergleich mit Amazon Now bei Reichweite, Infrastruktur und Nutzeraktivierung vorn. Besonders deutlich wird der Abstand beim Filialnetz: Flipkart Minutes betreibt dem Bericht zufolge mehr als 1.000 Dark Stores in 120 bis 130 Städten. Amazon Now kommt auf 500 bis 600 Dark Stores in elf Städten.
Damit verfügt Flipkart Minutes über eine deutlich breitere operative Basis. Im Quick Commerce zählt diese Nähe zu den Kundinnen und Kunden besonders stark, weil kurze Lieferzeiten eine dichte Logistik und verfügbare Bestände voraussetzen. Die Zahl der Dark Stores ist deshalb mehr als eine reine Expansionskennzahl: Sie zeigt, wie viele lokale Liefergebiete ein Anbieter tatsächlich abdecken kann und wie belastbar das Versprechen schneller Zustellung in der Fläche ist.
Höhere Aktivierung bei Flipkart Minutes
Neben der physischen Präsenz spricht auch die Nutzung innerhalb der bestehenden Plattform für Flipkart. Minutes aktiviert laut Bericht 40 bis 45 Prozent der Flipkart-Besucher in den Städten, in denen der Dienst verfügbar ist. Amazon Now erreicht dagegen weniger als jeden zehnten seiner 60 bis 70 Millionen App-Stammkunden. Der Unterschied ist erheblich, weil Quick Commerce stark von der Umwandlung vorhandener Reichweite in regelmäßige Bestellungen lebt.
Für Amazon kommt erschwerend hinzu, dass der Ausbau von Amazon Now laut Bericht wegen Lager- und Bestandsproblemen stockt. Gerade diese Punkte treffen den Kern des Modells: Quick Commerce benötigt verfügbare Waren, gut gesteuerte lokale Lagerpunkte und eine zuverlässige operative Taktung. Wenn Lagerkapazitäten und Bestandssicherheit nicht im gleichen Tempo mitwachsen, bremst das die Ausweitung in weitere Städte und kann die Nutzung bestehender Kundenzugänge begrenzen.
Blinkit bleibt der Maßstab im Markt
Trotz Flipkarts Vorsprung gegenüber Amazon bleibt der Abstand zum Marktführer groß. Platzhirsch im indischen Quick Commerce ist weiterhin Blinkit mit 2.443 Dark Stores. Der Vergleich zeigt damit ein gestuftes Wettbewerbsbild: Flipkart Minutes zieht an Amazon Now vorbei, erreicht aber noch nicht die Infrastrukturgröße von Blinkit. Für Amazon bleibt der nächste Prüfpunkt der Abbau der Lager- und Bestandsprobleme; Flipkart kann seine Position vor allem dann festigen, wenn die hohe Aktivierung in den 120 bis 130 Städten anhält.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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