Hermes-Zusteller nehmen Retouren an der Haustür jetzt auch ohne ausgedrucktes Label mit, berichtet Mobiflip.de. Seit Frühjahr würden sie mobile Drucker bei sich tragen, um den QR-Code vom Smartphone des Kunden zu scannen und eine Quittung auszudrucken. Eine eigene Zustellung brauche es dafür nicht, es genüge beispielsweise, den Boten beim Nachbarn abzupassen. Grenzen bei Anzahl und Gewicht nennt Hermes nicht, nötig seien nur ein verpacktes Paket und Platz im Fahrzeug.
Hermes vereinfacht die Retoure an der Haustür
Hermes Germany nimmt Retouren an der Haustür inzwischen auch dann mit, wenn Kundinnen und Kunden kein ausgedrucktes Label bereithalten. Wie Mobiflip.de berichtet, akzeptieren Zusteller dafür den QR-Code auf dem Smartphone. Seit Frühjahr 2026 stattet Hermes seine Fahrer mit mobilen Druckern aus. Sie scannen den Code, erfassen den Retourenschein und drucken direkt eine Quittung aus. Damit entfällt ein häufiger Medienbruch bei Rücksendungen: Das Paket muss zwar weiterhin fertig verpackt sein, das Label muss aber nicht mehr zu Hause oder an anderer Stelle ausgedruckt werden.
Die Neuerung erweitert einen bestehenden Service in der Logistik: Retouren können weiterhin über mehr als 17.000 Hermes PaketShops, rund 30 Hermes Boxen oder kostenlose Retourentaschen in den PaketShops abgegeben werden. Neu im Alltag ist vor allem die niedrigere Hürde bei der Mitnahme durch Zusteller. Eine eigene Lieferung an die Kundin oder den Kunden ist dafür nicht erforderlich. Es genügt, einen Hermes-Boten anzutreffen, etwa bei einer Zustellung in der Nachbarschaft.
Was für Kundinnen und Kunden gilt
Für die Haustür-Retoure nennt Hermes keine feste Grenze bei Anzahl oder Gewicht. Voraussetzung ist laut den vorliegenden Angaben ein fertig verpacktes Paket. Außerdem muss im Zustellfahrzeug ausreichend Platz vorhanden sein. Praktisch bedeutet das: Die Mitnahme bleibt an die konkrete Tour und die Kapazität des Fahrzeugs gebunden, wird aber nicht zwingend an einen eigenen Zustellvorgang gekoppelt.
Der QR-Code ersetzt in diesem Ablauf das ausgedruckte Retourenlabel. Der Zusteller scannt den Code vom Smartphone, erstellt den benötigten Beleg mobil und gibt eine Quittung aus. Für viele Onlinekäufer reduziert das den Aufwand spürbar, weil zwei typische Hürden wegfallen: der Weg zum PaketShop und der Ausdruck des Labels. Besonders relevant ist das für Rücksendungen, die kurzfristig im Alltag erledigt werden sollen.
Warum der Service im Onlinehandel relevant ist
Retouren sind im E-Commerce ein Massenthema. Nach Hermes-Angaben wurden 2025 in Deutschland 550 Millionen Pakete zurückgeschickt. Jedes vierte online bestellte Paket ging demnach retour. Besonders stark betroffen ist Mode: Rund 90 Prozent der Rücksendungen entfallen auf diesen Bereich. Für Händler entstehen dabei erhebliche Kosten. Die Bearbeitung kostet laut Hermes zwischen 1 und 15 Euro pro Rücksendung.
Die vereinfachte Haustür-Retoure verschiebt den Fokus auf Bequemlichkeit und Prozessgeschwindigkeit. Für Kundinnen und Kunden wird die Rückgabe weniger aufwendig, während Hermes bestehende Zustelltouren stärker für die Paketmitnahme nutzt. Offen bleibt, wie häufig der Service im Alltag tatsächlich verfügbar ist, wenn Anzahl, Gewicht und Fahrzeugkapazität im Einzelfall von der jeweiligen Tour abhängen. Der nächste Prüfpunkt ist damit die praktische Verfügbarkeit bei einer Retourenmenge von 550 Millionen Paketen im Jahr 2025.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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