Primark liefert erstmals Pakete nach Hause, berichtet FR.de. Der Mutterkonzern ABF kündigte den Schritt am Donnerstag an, ohne einen konkreten Starttermin zu nennen. Zunächst gehe der Dienst in Großbritannien an den Start. Bisher beschränkte sich die Billigmodekette seit 2022 auf „Click and Collect“; erst seit letztem Jahr gebe es eine App. Die Aufträge solle ein automatisiertes Logistikzentrum in Sheffield abwickeln. Auslöser sei der Druck chinesischer Billiganbieter wie Shein.
Primark öffnet sich der Heimlieferung
Primark will erstmals Pakete direkt nach Hause liefern und reagiert damit auf den wachsenden Druck durch chinesische Fast-Fashion-Anbieter wie Shein. Das kündigte der Mutterkonzern Associated British Foods (ABF) am Donnerstag an, wie FR.de berichtet. Einen konkreten Starttermin nannte das Unternehmen nicht. Zunächst soll der neue Service in Großbritannien eingeführt werden.
Der Schritt ist für Primark bemerkenswert, weil sich die Billigmodekette lange gegen den klassischen Onlinehandel gesträubt hatte. Erst 2022 führte das Unternehmen „Click and Collect“ ein, im vergangenen Jahr folgte eine mobile App. Nun soll der Ausbau digitaler Angebote weitergehen: ABF-Chef George Weston sprach von einer Chance auf „zusätzliches und profitables Wachstum“.
Automatisiertes Zentrum in Sheffield
Für die künftigen Heimlieferungen hat ABF nach eigenen Angaben eine hoch automatisierte Auftragsabwicklungsanlage in Sheffield erworben. Die Anlage soll den neuen Dienst betreiben und bildet damit den operativen Kern des Vorstoßes. Debenhams erklärte separat, den automatisierten Teil seines Vertriebszentrums in Sheffield im Rahmen eines Geschäfts über 90 Mio. £ an ABF verkauft zu haben.
Mit dem Einstieg in den Versand verschiebt Primark sein Modell schrittweise in Richtung digitaler Kundenzugänge. Im Mittelpunkt bleiben laut Weston der britische Markt und die Damenmode. Das Europageschäft bezeichnete er dagegen weiterhin als herausfordernd. Die neue Logistik-Basis in Sheffield soll deshalb vor allem das britische Angebot stützen.
Börsenpläne und schwächere Umsatzprognose
Der digitale Ausbau fällt in eine Phase größerer Konzernumbauten. ABF bereitet die Abspaltung von Primark aus den Lebensmittelgeschäften vor und will diesen Schritt bis Dezember des kommenden Jahres abschließen. Der Konzern ist an der London Stock Exchange notiert; rund 60 Prozent der Anteile hält die Familie Weston.
Gleichzeitig belastete eine vorsichtigere Prognose die Aktie: ABF-Papiere fielen am Donnerstag um mehr als 8 Prozent. Das Unternehmen rechnet damit, dass die flächenbereinigten Umsätze im Geschäftsjahr 2026 gegenüber den vorangegangenen zwölf Monaten um 2,6 Prozent zurückgehen. Für das Vereinigte Königreich erwartet ABF dagegen ein Umsatzwachstum von 2 Prozent.
Primark betreibt insgesamt 508 Filialen, davon 199 im Vereinigten Königreich. Analysten gehen davon aus, dass eine separate Börsennotierung von Primark eine Bewertung in der Größenordnung von Wettbewerbern wie Next ermöglichen könnte, das mit mehr als 19 Milliarden Euro bewertet wird. Der nächste feste Prüfpunkt bleibt die geplante Abspaltung bis Dezember des kommenden Jahres.

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