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Tech-Konzerne halten KI-Milliarden aus der Bilanz

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Meta, Nvidia und Broadcom lagern Schulden für KI-Infrastruktur per Restwertgarantie in Zweckgesellschaften aus, berichtet Golem.de. Nvidia garantiere 105 Mrd. Dollar für einen Campus in Ohio, der dafür 20 Jahre lang ausschließlich Nvidia-Hardware nutze. Dies summiere sich bei sieben Hyperscalern und Chipherstellern auf über 3,1 Bio. Dollar. Die Ratingagentur S&P Global schlage Differenzen auf die Verschuldung auf, wenn eine Garantie den Notverkaufswert übersteige. Die Aufschläge fielen bislang gering aus, weil Chips und Rechenzentren die abgesicherten Schulden meist decken.

Meta, Nvidia und Broadcom nutzen zunehmend außerbilanzielle Finanzierungsstrukturen, um den hohen Kapitalbedarf für den Ausbau von KI-Infrastruktur zu stemmen. Wie Golem.de unter Bezug auf eine Analyse der Financial Times berichtet, werden dafür Zweckgesellschaften gegründet, die Rechenzentren oder Mikrochips finanzieren. Die Konzerne sichern diese Schulden über sogenannte Restwertgarantien ab, ohne die Verbindlichkeiten vollständig in der eigenen Bilanz ausweisen zu müssen.

Garantien stützen neue Rechenzentren

Das Modell folgt einem klaren Prinzip: Eine Zweckgesellschaft nimmt Fremdkapital auf, kauft oder baut Infrastruktur und erhält von einem großen Technologieanbieter eine Absicherung auf den künftigen Restwert. So kann ein Chiphersteller den Absatz seiner Hardware flankieren und Investoren zugleich bessere Finanzierungskonditionen ermöglichen. Broadcom übernahm laut Bericht eine Absicherung über 29 Milliarden US-Dollar, damit Chips an eine Zweckgesellschaft verkauft und anschließend an das KI-Labor Anthropic verpachtet werden können.

Nvidia geht noch weiter. Das Unternehmen kündigte ein Programm an, das bis zu 25 Prozent Restwertunterstützung für Investoreninitiativen vorsieht, die Kapital für KI-Infrastruktur bereitstellen. Zusätzlich stellte Nvidia Garantien über 105 Milliarden US-Dollar für einen Rechenzentrumscampus von SB Energy in Ohio bereit. Im Gegenzug soll der Campus über 20 Jahre hinweg ausschließlich Nvidia-Hardware einsetzen. Damit verbindet sich die Finanzierung direkt mit einer langfristigen Lieferbindung.

Meta als früher Anwender des Modells

Meta zählt bei dieser Form der Finanzierung zu den frühen Anwendern. Der Konzern stellte eine Restwertgarantie über 28 Milliarden US-Dollar bereit, um ein Joint Venture für das große Rechenzentrum Hyperion in Louisiana zu unterstützen. Auf dieser Grundlage konnten 27 Milliarden US-Dollar an Fremdkapital aufgenommen werden, offenbar zu Konditionen, die Meta auch bei einer direkten Finanzierung erhalten hätte. Der Vorteil liegt darin, dass die eigene Bilanz deutlich weniger belastet wird.

In Summe erreichen die außerbilanziellen Verpflichtungen und Kreditunterstützungen von sieben führenden Hyperscalern und Chipherstellern laut Financial Times über 3,1 Billionen US-Dollar. Die Größenordnung zeigt, wie stark der aktuelle Ausbau von Rechenzentren, Chips und KI-Kapazitäten bereits von Finanzierungsinstrumenten abhängt, die Risiken zwischen Konzernen, Investoren und Zweckgesellschaften verteilen.

Ratingagenturen prüfen verdeckte Risiken

Die Konstruktionen bleiben jedoch nicht ohne Kontrolle. Ratingagenturen wie S&P Global und KBRA analysieren, ob die Garantien zusätzliche Verschuldungsrisiken schaffen. S&P schlägt Differenzen auf die Verschuldung auf, wenn ein garantierter Wert über den geschätzten Erlösen bei einem Notverkauf liegt. Bislang fallen diese Korrekturen gering aus, weil die Marktwerte von Chips und Rechenzentren die abgesicherten Schulden meist decken oder nahe daran liegen.

Offen bleibt, wie belastbar diese Bewertungen sind, falls Nutzerzahlen überschätzt werden, Rechenkapazitäten über den Bedarf hinaus wachsen oder tragfähige Geschäftsmodelle ausbleiben. Der nächste Prüfpunkt liegt damit bei den Marktwerten der abgesicherten Infrastruktur und bei Verpflichtungen, die sich bereits auf über 3,1 Billionen US-Dollar summieren.

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