Digitalminister Karsten Wildberger will Umsätze aus künstlicher Intelligenz besteuern und KI-Firmen an den Kosten für den Umbau der Arbeitswelt beteiligen; der Onlinehandelsverband Bevh hält das laut Pressemitteilung für den falschen Weg. Eine solche Abgabe besteuere Fortschritt und Produktivität, argumentiert Birgit Janik, Leiterin Steuern beim Bevh. Sie bremse Investitionen, statt Unternehmen zum Optimieren ihrer Prozesse zu ermuntern. Der Staat solle in die Weiterbildung der Beschäftigten investieren. Das steigere die Wertschöpfung und verbreitere so die Steuerbasis.
Digitalminister Karsten Wildberger bringt eine Besteuerung von Umsätzen aus künstlicher Intelligenz ins Gespräch. Ziel ist es, KI-Firmen an den Kosten zu beteiligen, die durch den Umbau der Arbeitswelt entstehen. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) weist diesen Ansatz in einer Pressemitteilung zurück und warnt vor falschen Anreizen für Unternehmen.
Aus Sicht von Birgit Janik, Leiterin Steuern beim bevh, würde eine solche Abgabe Fortschritt und Produktivität belasten. KI gilt in ihrer Argumentation als zentraler Treiber für Produktivität, Effizienz und technologischen Fortschritt. Eine Steuer auf entsprechende Umsätze würde damit genau jene Entwicklung verteuern, die Unternehmen helfen soll, Prozesse zu verbessern und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Verband sieht Risiko für Investitionen
Der bevh kritisiert, dass eine KI-Steuer Investitionen in Zukunftstechnologien bremsen könnte. Unternehmen würden nach dieser Lesart weniger ermutigt, ihre Abläufe zu optimieren. Stattdessen entstünde eine zusätzliche Hürde für den Einsatz neuer Technologien. Besonders im Onlinehandel ist die Debatte relevant, weil digitale Prozesse, Automatisierung und datenbasierte Anwendungen eng mit Produktivität und Effizienz verbunden sind.
Janik argumentiert, der Staat solle keine zusätzliche Belastung für Innovationen schaffen. Aus ihrer Sicht liegt der sinnvollere Ansatz darin, die Beschäftigten gezielt auf veränderte Anforderungen vorzubereiten. Staatliche Mittel sollten daher in Weiterbildung der Menschen fließen. Das könne Beschäftigte für neue Aufgaben qualifizieren und den Wandel der Arbeitswelt sozial abfedern.
Weiterbildung als Alternative zur Abgabe
Die Position des Verbands folgt einer klaren ökonomischen Logik: Wenn Unternehmen produktiver arbeiten und Beschäftigte für neue Tätigkeiten qualifiziert werden, kann zusätzliche Wertschöpfung entstehen. Diese Wertschöpfung würde laut bevh die Steuerbasis verbreitern und damit auch die Einnahmemöglichkeiten des Staates verbessern.
Im Kern steht damit die Frage, ob der Umbau der Arbeitswelt über eine KI-Steuer finanziert werden soll oder über Investitionen in Qualifizierung. Der bevh bewertet Wildbergers Vorschlag als falschen Weg, weil er technologische Entwicklung mit zusätzlichen bürokratischen Hürden verknüpfen würde. Offen bleibt, ob die Bundesregierung an dem Ansatz festhält oder stärker auf Weiterbildung als Finanzierungs- und Anpassungsinstrument setzt.
