Ebay streicht rund neun Prozent seiner Stellen, berichtet Reuters.com. Betroffen seien etwa 1.100 der zuletzt 12.300 Mitarbeiter. Bereits im Februar habe der Marktplatz 800 Jobs abgebaut. So wolle Ebay die Abläufe verschlanken und Ressourcen in die am schnellsten wachsenden Bereiche verschieben. Der Abbau fällt in ein starkes Börsenjahr. Der Fokus auf authentifizierte Luxusware, Sammlerstücke und generalüberholte Produkte ziehe zahlungswillige Kundschaft an und habe die Aktie seit Januar um fast 40 Prozent steigen lassen.
Ebay baut erneut Stellen ab: Der Online-Marktplatz streicht rund neun Prozent der Belegschaft. Nach Angaben von Reuters sind etwa 1.100 der zuletzt 12.300 Beschäftigten betroffen. CEO Jamie Iannone informierte die Mitarbeiter demnach in einem internen Memo über den Schritt; ein Unternehmenssprecher bestätigte die Entlassungen gegenüber Reuters. Bereits im Februar hatte Ebay rund 800 Jobs abgebaut, damals etwa sechs Prozent der Belegschaft.
Der Konzern begründet den erneuten Personalabbau mit dem Ziel, Strukturen zu vereinfachen und Mittel stärker auf die am schnellsten wachsenden Bereiche zu konzentrieren. Iannone schrieb laut Reuters, die Strategie funktioniere, zugleich erfordere die weitere Nutzung der Marktchancen bewusste Entscheidungen darüber, wo Ebay investiere und den Fokus setze. Betroffene Beschäftigte sollen in den kommenden Tagen informiert werden. Für das Personal bedeutet das die zweite größere Kürzungsrunde innerhalb eines Jahres.
Wachstum in profitablen Nischen
Der Stellenabbau fällt in eine Phase, in der Ebay an der Börse deutlich besser abschneidet als der Gesamtmarkt. Die Aktie legte seit Jahresbeginn um fast 40 Prozent zu, während der S&P 500 laut Reuters um rund zwölf Prozent stieg. Rückenwind kommt aus Bereichen, mit denen sich Ebay stärker von Wettbewerbern absetzen will: authentifizierte Luxusware, Sammlerstücke und generalüberholte Produkte. Diese Kategorien ziehen Kundinnen und Kunden an, die für begehrte oder geprüfte Artikel höhere Preise akzeptieren.
Damit schärft Ebay sein Profil im E-Commerce und setzt weniger auf Breite als auf Segmente mit höherer Zahlungsbereitschaft. Auch der im laufenden Jahr abgeschlossene 1,4-Milliarden-Dollar-Deal für die Mode-Resale-Plattform Depop stärkte diese Ausrichtung. Depop erweitert Ebays Reichweite bei jüngeren Zielgruppen und verbessert die Position im wachsenden Re-Commerce-Markt. Bei der letzten Zahlenvorlage im August konnte das Unternehmen deshalb einen Umsatz für das dritte Quartal in Aussicht stellen, der über den Erwartungen der Wall Street lag.
Strategischer Druck trotz starker Aktie
Die jüngsten Maßnahmen zeigen, dass Ebay trotz guter Kursentwicklung Kosten und Investitionsschwerpunkte enger steuert. Der Marktplatz nutzt die positive Dynamik in Spezialkategorien, verschiebt Ressourcen aber zugleich weg von Bereichen, die aus Sicht des Managements weniger Priorität haben. Der Personalabbau soll die Organisation schlanker machen und die Umsetzung der Wachstumsstrategie beschleunigen.
Aufmerksamkeit erhielt Ebay in diesem Jahr auch durch ein Übernahmeinteresse von GameStop-Chef Ryan Cohen. Er legte im Mai ein unaufgefordertes Angebot über 56 Milliarden Dollar für Ebay vor. Das Unternehmen wies die Offerte zurück und bezeichnete sie als weder glaubwürdig noch attraktiv. Der nächste belastbare Prüfpunkt folgt kurzfristig: Ebay will in der kommenden Woche aktuelle Geschäftszahlen vorlegen.
