6.500 Inserate in einer Woche: Möbelhändler baut eigenen Gebrauchtmarkt auf
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6.500 Inserate in einer Woche: Möbelhändler baut eigenen Gebrauchtmarkt auf

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Eine Woche nach dem Start in Deutschland meldet Ikea für seinen digitalen Second-Hand-Marktplatz mehr als 6.500 eingestellte Produkte. Wie viele davon bereits verkauft wurden, teilt das Unternehmen nicht mit.

Auf dem Second-Hand-Marktplatz von Ikea sind seit dem Deutschland-Start am 14. Oktober nach Unternehmensangaben mehr als 6.500 Produkte eingestellt worden. Hochgeladen haben sie demnach über 4.100 Mitglieder des Kundenprogramms Ikea Family. Rund 60 Prozent der auf dem Marktplatz aktiven Mitglieder seien neue oder reaktivierte Accounts, teilt Ikea Deutschland mit. Am häufigsten angeboten würden derzeit Ordnungssysteme. Zahlen zu abgeschlossenen Verkäufen enthält die Mitteilung nicht.

Zum Vergleich: Für die ersten sechs Märkte hatte die Ingka Gruppe Anfang Oktober 95.700 Inserate und 15 Millionen Besuche bis Ende August 2026 gemeldet. Ingka ist der größte Ikea-Einzelhändler. 25,5 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer in diesen Märkten seien neue oder reaktivierte Ikea-Family-Mitglieder gewesen. Die deutschen und die internationalen Angaben beziehen sich allerdings auf unterschiedliche Grundgesamtheiten und Zeiträume. Als Ziel für 2026 hatte Ingka laut Retail Systems 170.000 Inserate über alle Märkte ausgegeben.

Bilderkennung, Prüfung, Selbstabholung

Ingka betreibt die Plattform. Stöbern kann jeder, für Kauf und Verkauf ist ein kostenloses Ikea-Family-Konto nötig. Gehandelt werden ausschließlich Ikea-Produkte. Matratzen, Haushaltsgeräte, Lebensmittel und zurückgerufene Artikel sind laut netzwelt ausgeschlossen.

Verkäuferinnen und Verkäufer fotografieren ihr Produkt. Nach Angaben von Ikea ergänzt die Plattform per Bilderkennung dann Produktname, Maße, Beschreibung, einen Preisvorschlag und Produktbilder von Ikea. In der Anzeige sei gekennzeichnet, welches Foto selbst aufgenommen ist und welches von Ikea stammt. Zustand und Preis können die Verkäufer:innen anpassen, bevor die Anzeige geprüft und freigegeben wird. Die Übergabe organisieren Käuferinnen und Käufer und Verkäuferinnen und Verkäufer laut netzwelt selbst. Einen Transportservice gibt es in Deutschland bislang nicht.

Bonus nur bei Auszahlung als Guthaben

Einstellen und Verkaufen sind kostenlos. Käuferinnen und Käufer zahlen regulär eine Käuferschutzgebühr von 5 Prozent des Kaufpreises. Laut der Marktplatzseite entfällt sie bis zum 1. Januar 2027. Verkäuferinnen und Verkäufer können sich den vollen Erlös überweisen lassen oder eine Ikea-Guthabenkarte wählen. Bei der Guthabenkarte gibt es zum Start einen zusätzlichen Coupon über 15 Prozent des Verkaufswerts für den nächsten Ikea-Einkauf. In den bisherigen Märkten haben sich nach Angaben von Ingka 64 Prozent für die Guthabenkarte entschieden.

„Wir beobachten, dass gebrauchte Möbel und Wohnaccessoires zunehmend gefragt sind und immer häufiger online gekauft und verkauft werden“, sagt Charlotte Miles, Country Sales Manager bei Ikea Deutschland.

Ingka hatte den Marktplatz ab Juni 2024 in Madrid und Oslo getestet. Danach folgten Spanien, Norwegen, Portugal, Polen, Schweden, Belgien, Großbritannien und Irland. Deutschland ist der neunte Markt. Der Marktplatz ergänzt das Rückkaufprogramm „Buyback & Resell“, das es seit 2021 gibt: Dort kauft Ikea gebrauchte Möbel gegen Guthaben zurück. Im Geschäftsjahr 2025 waren das laut Ingka fast 686.500 Produkte.

Marktzahlen aus eigener Auftragsstudie

Bei den Marktzahlen beruft sich Ikea auf eine Studie von Statista aus dem Jahr 2024, die Ingka in Auftrag gegeben hat und die nicht öffentlich zugänglich ist. Demnach ist der Second-Hand-Markt für Einrichtung in Deutschland von 2019 bis 2024 um durchschnittlich 4,4 Prozent pro Jahr gewachsen, auf rund 2,1 Milliarden Euro. Für 2030 werden rund 2,9 Milliarden Euro erwartet. Auf Ikea-Produkte entfielen 2024 laut der Studie 7,7 Prozent des Marktes. Der Online-Anteil sei von 46 Prozent im Jahr 2019 auf 58 Prozent im Jahr 2024 gestiegen.

Für eine weitere Zahl verweist Ikea auf die Befragung „People & Planet Consumer Insights & Trends 2025“, die Ingka mit dem Institut GlobeScan erstellt hat. Dafür wurden im März und April 2025 online 30.701 Erwachsene in 30 Ländern befragt. Im Durchschnitt der gleich gewichteten Länder gaben 20 Prozent an, Haushaltsgegenstände oder Möbel meistens oder immer gebraucht zu kaufen. Jüngere Altersgruppen tun dies demnach am häufigsten. Als wichtigste Hürden beim Gebrauchtkauf nennen die Befragten Bedenken zu Hygiene, Qualität und Sicherheit. Einen eigenen Wert für Deutschland weist die veröffentlichte Zusammenfassung nicht aus.

Im Wettbewerb steht Ikea unter anderem mit Kleinanzeigen. Das Portal erreicht laut netzwelt nach eigenen Angaben monatlich rund 30 Millionen Menschen und lässt Artikel aller Marken zu. Ob der Ikea-Marktplatz Kleinanzeigen Marktanteile abnimmt, lasse sich derzeit nicht belegen, schreibt netzwelt.

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