Foto: Hände halten eine braune Ledertasche mit sichtbarer Schramme neben Schuhen und Smartphone.
© Black Forest Labs / Flux

Vestiaire verkauft mit KI-Retuschen besser

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Angebote mit Hauptfotos von Photoroom verkaufen sich bei Vestiaire Collective besser als jene aus dem hauseigenen Freistell-Tool: Im A/B-Test lag die Verkaufsquote fünf Prozent höher, berichtet Channelx.world. Die Seitenaufrufe seien um drei bis sieben Prozent gestiegen, bei Taschen und Schuhen am stärksten. Photoroom tausche nur den Hintergrund aus, setze Schatten und korrigiere das Licht. Schon ein wegretuschierter Kratzer gefährde beim Wiederverkauf die Echtheitsprüfung per Foto und provoziere Rückgaben.

Standardisierte Produktfotos steigern die Verkaufsquote

Vestiaire Collective erzielt mit Photoroom bessere Ergebnisse als mit dem eigenen Freistell-Tool: In einem A/B-Test verkauften sich Angebote mit von Photoroom bearbeiteten Hauptfotos um fünf Prozent häufiger, berichtet Channelx.world. Die Produktseiten verzeichneten zudem drei bis sieben Prozent mehr eindeutige Aufrufe. Besonders stark profitierten Taschen und Schuhe, also Kategorien, in denen Form, Material und Zustand unmittelbar kaufrelevant sind.

Für den Test teilte Vestiaire Collective neue Listings zufällig in zwei Gruppen. Eine Gruppe erhielt ein Hauptfoto aus dem hauseigenen Freistell-Tool, die andere wurde über Photoroom bearbeitet. Der Prozess verändert laut Angaben nicht den Artikel selbst: Die API entfernt den Hintergrund, zentriert das Produkt, setzt Schatten und korrigiert die Beleuchtung. Taschen und Schuhe erhalten tiefere Schatten, flach liegende Kleidung kaum oder keine. Die gleichen Bilder liefen auch in Performance-Marketing-Anzeigen, die dadurch um zwei Prozent effizienter wurden.

Produktfidelity als Kernanforderung im Wiederverkauf

Der Einsatz von KI in Produktbildern ist für Vestiaire Collective besonders sensibel. Die Plattform prüft einen Teil der Artikel allein anhand von Fotos, etwa Labels, Nähte und den Lichteinfall auf Materialien. Wird ein Kratzer geglättet oder ein Logo neu gezeichnet, geraten Authentifizierung und Käufervertrauen unter Druck. Genau deshalb entschied sich Vestiaire Collective nach Tests mehrerer generativer Bildwerkzeuge für Photoroom: Andere Lösungen veränderten Details an den Produkten.

Photoroom verweist auf eigene Vergleichsdaten, die das Problem stützen. In einem Benchmark mit 4.250 KI-generierten Bildern zu 850 realen Produkten bestanden selbst die besten geprüften Modelle eine vollständige Prüfung der Produkttreue nur in 29 Prozent der Fälle. Zugleich sagen 63 Prozent der britischen Verbraucher, uneinheitliche Produktbilder oder uneinheitliches Branding machten einen Marktplatz weniger vertrauenswürdig. Thomas Hezard, Chief Product Officer von Vestiaire Collective, begründet die Wahl entsprechend mit dem Erhalt der Produktdetails und der Möglichkeit, Bilder weiterhin zur Authentifizierung zu nutzen.

Skalierung für einen globalen Marktplatz

Vestiaire Collective ist in 70 Ländern aktiv und ergänzt täglich rund 40.000 neue Listings. Die Verkäufer reichen von Privatpersonen mit Smartphone-Fotos bis zu semiprofessionellen Anbietern, die eigene Bildwerkzeuge einsetzen. Für diese heterogene Ausgangslage soll Photoroom vor dem Livegang eine einheitliche Darstellung erzeugen, ohne Fehler oder Gebrauchsspuren zu kaschieren. Der Zeitraum vom Testentscheid bis zu belastbaren Ergebnissen betrug acht Wochen; die digitale Authentifizierung blieb laut Angaben unverändert.

Technisch kombiniert Photoroom eigene Modelle mit offenen Modellen, darunter FLUX.2 [klein] von Black Forest Labs und DINOv2 von Meta. Die Pipeline läuft auf NVIDIA H100- und H200-GPUs, nutzt Kapazitäten von Nebius sowie NVIDIA TensorRT und Triton Inference Server. Mit NVIDIA Dynamo Snapshot verkürzte Photoroom die Startzeit eines neuen GPU-Servers von rund dreieinhalb Minuten auf etwa eine Minute. Der nächste Prüfpunkt ist, ob sich die gemessenen Effekte im laufenden Betrieb über die täglichen 40.000 Listings stabil halten.

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