Ikea öffnet seinen Second-Hand-Marktplatz für private Verkäufer in Deutschland, Großbritannien und Irland, berichtet Ecommercenews.eu. Die Plattform startete 2024 als Pilot in Spanien und Norwegen und ist nun in neun Ländern aktiv. Bis Ende August habe sie laut Unternehmen 15 Mio. Besuche und 95.700 Inserate gesammelt. Gut ein Viertel der Nutzer sei dabei als neues oder reaktiviertes Mitglied zum Kundenprogramm Ikea Family gestoßen, dessen Mitglieder kostenlos inserieren dürfen.
Ikea weitet seinen Second-Hand-Handel deutlich aus: Der Möbelhändler öffnet seinen Second-Hand-Marktplatz nun auch für private Verkäufer in Deutschland, Großbritannien und Irland, wie Ecommercenews.eu berichtet. Damit ist die Plattform in neun Märkten aktiv. Gestartet war sie 2024 als Pilotprojekt in Spanien und Norwegen. Anschließend kamen Portugal, Polen, Schweden und Belgien hinzu.
Die Expansion zeigt, dass Ikea den Weiterverkauf gebrauchter Möbel zunehmend als eigenes digitales Geschäftsfeld behandelt. Bis zum 31. August 2026 verzeichnete der Marktplatz nach Unternehmensangaben 15 Millionen Besuche und 95.700 Inserate. Auffällig ist auch die Wirkung auf das Kundenprogramm: 25,5 Prozent der Marktplatznutzer wurden laut Ikea neue oder reaktivierte Mitglieder von Ikea Family. Ein Grund dürfte sein, dass Mitglieder ihre Produkte kostenlos einstellen können.
Second-Hand als Hebel für Reichweite und Bindung
Für Ikea verbindet der Vorstoß mehrere Ziele. Die Plattform bringt gebrauchte Ikea-Produkte zurück in einen kontrollierten digitalen Kontext, stärkt die Sichtbarkeit der Marke und schafft zusätzliche Kontaktpunkte zu Kunden. Zugleich kann der Second-Hand-Handel die Kundenbindung erhöhen, weil das Loyalty-Programm direkt mit der Nutzung des Marktplatzes verknüpft ist. Die kostenlosen Inserate für Ikea-Family-Mitglieder machen den Einstieg niedrigschwellig und geben dem Unternehmen einen klaren Anreizmechanismus.
Parallel zur Expansion testet Ikea eine zusätzliche Rückkaufoption. Kunden sollen künftig ausgewählte Produkte direkt an Ikea verkaufen können, sofern sie für den Buyback-Prozess geeignet sind. Beim Einstellen eines Artikels können sie dann ein Angebot von Ikea erhalten. Anschließend bleibt die Wahl, das Produkt an eine andere Privatperson zu verkaufen oder es in einer Filiale abzugeben und den Rückkauf dort abzuschließen.
Rückkauf-Test in Portugal und Spanien
Der Buyback-Service soll bis Ende Dezember zunächst als Pilot in Portugal und Spanien starten. Damit ergänzt Ikea den privaten Weiterverkauf um einen direkten Verkaufskanal an das Unternehmen. Für Kunden kann das den Prozess vereinfachen, weil sie nicht zwingend auf einen Käufer warten müssen. Für Ikea entsteht zugleich ein zusätzlicher Zugang zu gebrauchten Produkten, die erneut vermarktet werden könnten.
Emily Birkin, Development & Transformation Manager der Ingka Group, verweist auf die schrittweise Entwicklung des Angebots. Ikea habe klein begonnen, genau zugehört und die Plattform weiterentwickelt. Die Daten zeigten ein klares Interesse. Als nächste praktische Schritte nennt sie den Test des Direktverkaufs an Ikea sowie die Prüfung von Lieferpartnerschaften. Nach dem Start in Deutschland, Großbritannien und Irland richtet sich der Blick nun auf den Buyback-Piloten in Portugal und Spanien bis Ende Dezember.
