
Adolf Scheck wird Edeka-Aufsichtsratschef
Am Ende ging es noch schneller, als erwartet: Mit Beginn der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist Peter Simmel als Aufsichtsratschef der Edeka zurückgetreten. Einen Nachfolger gibt es schon.
Thomas RehmRedakteurDie Deutsche Rentenversicherungsanstalt in Leipzig wurde von der Gewerkschaft Verdi zu einer Überprüfung von Simmels Unternehmen aufgefordert. Es besteht der Verdacht, dass in der Simmel-Gruppe Überstunden mit Warengutscheinen vergütet und auf diese Weise womöglich die Sozialkassen geschädigt wurden.
Die Rentenbehörde soll den Fall inzwischen an das Hauptzollamt in Chemnitz abgegeben haben. Simmel hat die Beschuldigungen stets zurückgewiesen.
Seit 2005 Vorsitzender des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der Edeka AG wurde seit Juni 2005 von Simmel geführt, der dem Gremium weiterhin als einfaches Mitglied angehören will. Unter seiner Leitung habe das Unternehmen wichtige Weichenstellungen und Entwicklungen vorangetrieben, die Edeka an die Spitze der Lebensmittelhandels in Deutschland geführt hätten.
Im Zusammenhang mit den öffentlich erhobenen Vorwürfen verwies der Edeka-Aufsichtsrat nochmals auf zwei unabhängige Gutachten, die Simmel rehabilitiert hätten. Der Gewerkschafter Jörg Lauenroth-Mago, Fachbereichsleiter Handel bei Verdi-Mitteldeutschland, bezeichnete diese Papiere im Gespräch mit derhandel.de als Gefälligkeitsgutachten.
Simmel betreibt 32 Edeka-Märkte in Sachsen, Thüringen und Bayern mit rund 1.000 Beschäftigten.
dpa, DH

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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