
Aldi will backen, nicht bräunen
Die Bäcker sprechen von Verbrauchertäuschung, Aldi Süd nennt es technische Innovation. Denn die Brötchen vom Discounter sollen frisch gebacken werden. Doch den Begriff "Backofen" nimmt selbst Aldi nicht ernst.
Thomas RehmRedakteurKlage wegen irreführender Werbung
Von einer bloßen "Bräunung" der Ware könne nicht gesprochen werden, heißt es in der Stellungnahme von Aldi Süd. Auf den Lieferanten der Teiglinge weist die Handelskette den eigenen Angaben zufolge mit Produktinformations- und Preisschildern hin.
Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks reichte nach Angaben vom Montag Klage wegen irreführender Werbung beim Landgericht Duisburg ein. Der Bäckerverband beanstandete zudem den Umgang mit Zutatenangaben und Produktbezeichnungen. Auch diesen Kritikpunkt wies Aldi zurück.
"Backofen" in Anführungszeichen
Aldi erklärte, bei dem "Backofen" - den der Discounter in seiner Stellungnahme selbst in Anführungszeichen setzte - handele es sich um eine technische Innovation. "In einem separaten Raum werden vom Lieferanten bezogene Teiglinge gebacken, im Ofen findet aufgrund der langen Erhitzung eine sogenannte Verkleisterung des Mehls statt", heißt es zu den Details. Die Ausgabeeinheit befinde sich im Verkaufsraum.
Seit 2009 seien "bereits mehrere hundert Filialen der Unternehmensgruppe Aldi Süd mit dem "Backofen" ausgestattet" worden. Das Konzept werde in den nächsten Jahren flächendeckend umgesetzt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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