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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Kaufland treibt die Digitalisierung voran
Kaufland ersetzt sein Kundenbindungsprogramm durch das App-basierte System „XTRA“, berichtet Netzwelt.de. Die physische Kaufland Card verliere an Bedeutung, eine Neuanmeldung sei nur noch mit Smartphone möglich. Nach dem Start in Rumänien und Moldau werde auch ein Deutschland-Launch erwartet. Das Punktesystem ändere sich dabei wahrscheinlich grundlegend: Statt einem Punkt pro fünf Euro Umsatz könnte es künftig häufiger Belohnungen geben, die sofort auch gegen Lebensmittel eintauschbar seien. Allerdings nicht völlig gratis, sondern gegen symbolische Centbeträge.
Shein lenkt wegen Klimaversprechen ein
Der chinesische Onlinehändler Shein hat nach einer Abmahnung der Deutschen Umwelthilfe eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, wie Zeit.de berichtet. Die Organisation warf dem Konzern vor, mit „Klimaneutralität bis 2050“ zu werben, ohne darzulegen, wie dieses Ziel erreicht werden solle, während die Emissionen 2024 um 23 Prozent gestiegen seien. Shein verpflichte sich nun, entsprechende Aussagen künftig zu unterlassen oder mit konkreten Maßnahmen zu belegen. Die DUH habe weitere rechtliche Schritte eingeleitet, unter anderem wegen Werbeaussagen mit Begriffen wie „umweltfreundlich“.
Momox erscheint in frischem Design und duzt jetzt alle
Re-Commerce-Anbieter Momox hat seinem Markenauftritt ein komplettes Facelifting verpasst, berichtet Retail-News.de. Logo, Farbkonzept, Website und App seien grundlegend überarbeitet worden, um die Marke europaweit klarer zu positionieren. Außerdem duze das Unternehmen seine fünf Mio. Kunden ab sofort. Der neue Look werde schrittweise auf alle Landesplattformen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Spanien ausgerollt. CEO Claudia Frese erkläre, man habe die Marke geschärft und zukunftsfähig aufgestellt, ohne aber die gewohnte Einfachheit aufzugeben.
Aldi siegt beim Preis-Leistungs-Verhältnis
Im Preis-Leistungs-Ranking 2026 des Handelsblatts führt Aldi mit einem Score von 58 die Liste der besten Marken an. Es folgen DM, Paypal, Lidl, Rossmann, auf Platz sechs stehe mit Amazon der erste reine Online-Händler mit einem unveränderten Score von 46. Im Modehandel führe C&A das Ranking an, bei Einzelhandelsspezialisten teilten sich Decathlon und Fielmann den Spitzenplatz – alle drei mit hohem Eigenmarkenanteil. Traditionsmarken könnten bei größeren Anschaffungen durch Verlässlichkeit punkten, müssten aber das in sie investierte Vertrauen schützen – der Ruf von Volkswagen beispielsweise leide immer noch unter dem Dieselskandal.
Online-Händler müssen künftig einen gut sichtbaren Widerrufsbutton auf ihrer Website oder in der App platzieren, berichtet Logistik-Heute.de. Der Bundesrat habe nach dem Bundestag den Gesetzentwurf endgültig gebilligt. Innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist sollen Kunden Bestellungen oder Verträge per einfachem Klick rückgängig machen können. Das Gesetz verbiete zudem sogenannte Dark Patterns – Designelemente, die Konsumenten den Überblick verlieren lassen, damit sie die für den Anbieter vorteilhaftere Option wählen.
Elektro-Rücknahme: Kennzeichnung auch im Online-Handel
Online-Händler mit mindestens 400 Quadratmetern Lager- und Versandfläche für Elektrogeräte müssen ab dem 30. Juni 2026 ein einheitliches Symbol für Altgeräte-Rücknahme einbinden, berichtet Haendlerbund.de. Das Logo sei in Produktdarstellungen oder spätestens im Bestellprozess sichtbar zu platzieren. Zudem müssten Händler erklären, wie die Rückgabe organisiert ist – etwa bei der Rücknahme für Kleingeräte ohne Neukauf oder der 1:1-Rücknahme beim Neukauf gleichartiger Geräte.
HANDEL INTERNATIONAL
KI-Kuscheltiere treiben Chinas E-Commerce
Chinas E-Commerce verzeichnet bei sogenannten „KI-Begleitern“ einen Anstieg um 1600 Prozent, berichtet Thenews.com.pk. Ein Paradebeispiel dafür sei das Stofftier „Fuzozo“, das sich während des Singles' Day zu einem der meistverkauften Produkte entwickelt habe. Besonders beachtenswert werde wohl „Sweekar“, ein handtellergroßes „Haustier“ für 150 bis 200 Dollar, das physisch wachsen könne, sich warm anfühle und zu atmen scheine. Der Erfolg rühre daher, dass die Zielgruppe für diese Form „emotionaler KI“ weit über Kinder hinausreiche.
Amazon verhandelt über eine Investition von bis zu 50 Mrd. Dollar beim ChatGPT-Entwickler OpenAI, berichtet Spiegel.de. Der Online-Händler würde damit die Hälfte der angestrebten, 100 Mrd. Dollar schweren Finanzierungsrunde beisteuern, mit der OpenAI auf eine Bewertung von 830 Mrd. Dollar käme. Der Deal umfasse vermutlich auch Rechenleistung von Amazons Web Services im Tausch gegen Zugang zu OpenAI-Modellen. Amazon habe laut Ctomagazine.com erst letzten Sommer acht Mrd. Dollar in den Konkurrenten Anthropic investiert.
Mercado Libre wirft Temu Verbrauchertäuschung vor
Argentiniens E-Commerce-Gigant Mercado Libre verklagt den chinesischen Konkurrenten Temu, berichtet Buenosairesherald.com. Der Vorwurf: systematisch irreführende Werbung – ausgelobte Rabatte von 80 bis 100 Prozent seien nur unter verschleierten Bedingungen erhältlich. Hinzu komme manipulative Gamification, die psychologischen Kaufdruck erzeuge. Diese Methoden funktionierten nur zu gut: Argentinier hätten bei Temu und Shein bis November 789 Mio. Dollar ausgegeben – ein Plus von 292 Prozent. Die heimische Textilindustrie hingegen verliere wöchentlich 1500 Stellen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Knapp ein Viertel der Online-Shopper lässt sich Produkte wie Kosmetik oder Lebensmittel automatisch nachbestellen, zeigt eine Bitkom-Befragung. Wer solche Abos nutze, habe durchschnittlich drei davon aktiv. Für Händler brächten die Modelle planbarere Nachfrage und stärkere Kundenbindung, für Käufer Komfort und oft Preisnachlässe. Allerdings verzichteten noch immer 72 Prozent komplett auf automatische Lieferungen. Transparente Informationen über Konditionen und Kündigungsoptionen könnten die Akzeptanz erhöhen.
KI-Anzeigen funktionieren genauso gut wie Handarbeit
KI-generierte Werbeanzeigen performen genauso gut wie menschlich erstellte, zeigt eine Taboola-Studie. Die höchsten Klickraten der Untersuchung erzielten KI-Anzeigen, die nicht nach Algorithmus, sondern „menschgemacht“ aussahen. Entscheidend sei die Präsenz großer, deutlich sichtbarer Gesichter, die Vertrauen aufbauten. Paradoxerweise verfolgten KI-Anzeigen diese Vertrauensstrategie häufiger als ihre manuell gestalteten Pendants. Die Konversions-Raten blieben dabei stabil – Werbetreibende müssten Qualität nicht gegen Produktionsgeschwindigkeit eintauschen. Vorreiter beim KI-Einsatz in der Werbung seien die Lebensmittel- und Finanzbranche.
Youtuber können sich jetzt selber abschaffen
Youtube plane noch in diesem Jahr ein Feature, mit dem Kreative KI-generierte Kurzvideos von sich selbst erstellen könnten, berichtet Googlewatchblog.de. Die Technologie nutze Aussehen, Mimik und Stimme aus bisherigen Uploads, um per Textbefehl gesteuerte Clips zu erzeugen. Youtuber könnten damit allerdings sehenden Auges ihre eigene Austauschbarkeit vorantreiben: Die Bequemlichkeit siege wahrscheinlich, falls Abonnenten mit dem Ergebnis zufrieden seien. Was wie Arbeitserleichterung erscheine, koste dann jene Persönlichkeit, die für die Abonnenten einst ausschlaggebend gewesen sei.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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