
Amazon greift im Lebensmittelhandel an
Milch, Käse und Fleisch: Was amerikanische Onlinekunden bei Amazon schon kaufen können, soll in wenigen Monaten auch in Deutschland möglich sein.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailment"Lebensmittelhandel ist online-fähig"
Lebensmittelhandel online ist beileibe keine Erfindung von Amazon. Rewe liefert bereits aus, zudem gibt es Anbieter wie MyTime (mit dem Amazon kooperiert), Die Bringmeister (zu Tengelmann gehörend), food.de und der zur Deutschen Post DHL gehörende Online-Supermarkt Allyouneed.com.
Noch ist das Segment nicht bedeutend, aber das könnte sich bald ändern. "Auch der Lebensmittelhandel ist onlinefähig, erfordert jedoch extrem hohe Vorlaufinvestitionen, um aus der Nische herauszukommen. Zu beobachten sind die Vorreiter in den USA und in England", sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub unlängst der "Lebensmittelzeitung".
Gestützt wird Haubs Prognose von einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young. Schon 2020 werde wohl auch im Lebensmittelhandel jeder zehnte Euro per Mausklick ausgegeben.
Karsten Schaal, Gründer von food.de, ist entsprechend optimistisch. "Innerhalb des letzten Jahres haben wir unseren persönlichen Lieferdienst für frische Lebensmittel von den anfänglichen zwei Städten Berlin und Leipzig (2012) auf nun insgesamt 31 Städte ausgeweitet. Damit ist food.de bundesweit in allen Ballungsgebieten verfügbar." Das Bestreben von Amazon zeige, dass bei Verbrauchern die Skepsis gegenüber der Frischelieferung des Supermarkteinkaufs zurückgehe.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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