Amazon hängt die Konkurrenz ab

Amazon hängt die Konkurrenz ab

Mit den aktuellen Geschäftszahlen hat Amazon seinen Rivalen eBay in den Schatten gestellt. Das Umsatzplus ist gewaltig, der Aktienkurs stieg kräftig und die Aussichten sind prächtig.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Der Umsatz kletterte auch dank des internationalen Erfolgs um 18 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar (rund 5,1 Milliarden Euro), wie der weltgrößte Onlinehändler am Donnerstagabend am Konzernsitz in Seattle (Bundesstaat Washington) mitteilte.

Börsenerwartungen übertroffen

Amazon schlug sich damit weit besser als der Rest der Branche. Der Rivale eBay etwa hatte zum Jahresende ein enttäuschendes Geschäft erlebt und erlitt einen heftigen Gewinneinbruch.

Mit den Zahlen übertraf Amazon die Erwartungen der Wall Street klar. Die Aktie schoss nachbörslich um mehr als zehn Prozent in die Höhe. Im Tagesverlauf hatte sie noch knapp ein Prozent auf 50 Dollar verloren.

Deutschland wichtigster Markt hinter Nordamerika

Amazon erzielt mittlerweile fast die Hälfte seiner Umsätze außerhalb Nordamerikas in Deutschland als einem der wichtigsten Märkte - wie das Auktionshaus eBay. International kletterten die um Währungseffekte bereinigten Erlöse im Schlussquartal um 31 Prozent.

Im Gesamtjahr erhöhte sich der Überschuss um 36 Prozent auf 645 Millionen Dollar . Der Umsatz legte um fast 30 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar zu. Das Weihnachtsgeschäft war das beste in Amazons rund 15-jähriger Firmengeschichte.

Umsatzsteigerung erwartet

Für das laufende erste Quartal erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 4,53 und knapp 4,93 Milliarden Dollar und damit ein Plus um bis zu 19 Prozent. Der operative Gewinn werde dagegen maximal um sechs Prozent auf 210 Millionen Dollar steigen und im schlechtesten Fall sogar um mehr als ein Drittel sinken. Aktienvergütungen für Mitarbeiter und Abschreibungen würden auf das Ergebnis drücken.

Amazon weitet seine Aktivitäten durch neue Produkte aller Art für den Versand oder zum Download aus. Auf der Plattform bieten zudem immer mehr Drittanbieter ihre Waren an, was eBay verschärft unter Druck setzt.

Kindle und "Cloud Computing" sind die Zukunft

Mit seinem E-Book-Lesegerät Kindle ist Amazon längst auch Anbieter eigener Hardware. Das in Deutschland noch nicht verfügbare Gerät habe sich zuletzt sehr gut verkauft, sagte Amazon-Chef Jeff Bezos ohne Zahlen zu nennen. Im Februar soll laut Branchengerüchten die zweite Generation vorgestellt werden.

Seine enormen Computer-Kapazitäten für den Online-Handel bietet Amazon zudem anderen Unternehmen zur Nutzung an. Die Zusammenballung unzähliger Computer via Internet wird als "Cloud" (Wolke) bezeichnet. Das "Cloud Computing" gilt als Zukunftsmarkt.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.