
Amazon streitet um Internetendung .amazon
Amazon hat südamerikanische Staaten gegen sich. Es geht um neue Möglichkeiten von Domainnamen im Internet. Was für den Onlinehändler gutes Marketing wäre, will nicht nur Brasilien nutzen, um für eine Region zu werben.
Allerdings haben sich mehrere südamerikanische Staaten unter der Führung Brasiliens zusammengetan und beanspruchen die Domain-Endung für sich. Über das Government Advisory Committee (GAC) der ICANN haben nun Brasilien und Peru Widerspruch gegen die Vergabe von .amazon an den Onlinehändler eingelegt, berichtet das Internetportal Tech Week Europe.
Schutz der Amazonas-Region weltweit publik machen
Die beiden Länder vertreten demnach auch die Interessen von Bolivien, Ecuador, Guyana und Argentinien, die selbst keine Mitglieder in dem Komittee sind. Sie wollen verhindern, dass Amazon exklusive Rechte an der Internetendung erhält, weil diese angesichts des offensichtlichen öffentlichen Interesses dazu genutzt werden soll, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Schutzes der Amazonas-Region in Südamerika weltweit zu stärken und die Belange der Gegend bekannter zu machen.
Formal argumentieren die Staaten dabei mit dem Markenrecht, auf das sich der Onlinehändler bei der Registrierung gestützt hatte. Denn der Begriff sei beispielsweise auch Namensbestandteil der "Amazon Cooperation Treaty Organization" (ACTO), in der sich die Anreinerstaaten des Flusses zusammengetan haben, um die Entwicklung des Amazonasbeckens voranzutreiben.
.app, .talk, .drive wecken Begehrlichkeiten
Mitte des Jahres hatte ICANN die Bewerbungen um die neuen Top Level Domains veröffentlicht und damit den Auftakt für einen Wettstreit um die Adressendungen im Internet gestartet. Internetunternehmen wie Amazon und Google hatten in 21 Fällen dieselben Endungen beantragt, etwa .app, .talk oder .drive.
Gibt es mehrere Anwärter auf eine Internetendung, sollen sich die Kandidaten laut Icann untereinander einigen. Schaffen sie das nicht, will die die Organisation die Adressen unter den jeweiligen Kandidaten versteigern. Insgesamt wurden 231 Domainendungen mehrfach gewünscht.
Für den Adressenvergeber Icann kann das noch zum einträglichen Geschäft werden: Jede Bewerbung um einen Namen hat die Bewerber mindestens 185.000 Dollar gekostet. Die Gebühr soll Medienberichten zufolge nicht zurückgezahlt werden, selbst wenn der Antrag erfolglos ist.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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