Apple bekommt Datenschutz-Negativpreis

Apple bekommt Datenschutz-Negativpreis

Den Negativ-Preis "BigBrotherAward" will kein Unternehmen und auch keine Behörde erhalten. In diesem Jahr traf es zwei prominente US-Unternehmen, den GEZ-Nachfolgeverein und die Bundespolizei.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Google wird für sein "Globales Datensammeln" mit dem Negativpreis bedacht. Unter dem Deckmantel einer Suchmaschine mit Gratis-Diensten wie Maps, Docs und Youtube sammle der Werbekonzern Google Unmengen von Echtzeit-Daten über alles und jeden. Mit den Daten würden Menschen in Kategorien eingeteilt, um den Werbeprofit zu erhöhen. Der Konzern sollte zerschlagen und der Such-Index unter internationale Kontrolle gestellt werden.

Apple soll Mitarbeiter per Kamera überwachen

Den deutschen Läden des Elektronikherstellers Apple wirft der Verein vor, die Mitarbeiter in weiten Teilen der Geschäfte mit Kameras zu überwachen. Ein Apple-Sprecher nannte die Anschuldigungen "schlichtweg falsch". Wie bei vielen anderen Einzelhändlern auch seien die Kameras in den Filialen angebracht, um Apple beim Schutz der Kunden und Mitarbeiter zu unterstützen. "Wir respektieren die Privatsphäre jedes Einzelnen, der einen Apple Store besucht oder dort arbeitet, und das beinhaltet auch die Platzierung der Sicherheitskameras."

Der Deutsche Post Adress GmbH und Co KG warf der Verein vor, sie nutze Nachsende-Anträge, um ihren Adressenbestand zu aktualisieren und gewinnbringend zu verkaufen. Wer keinen Nachsendeantrag stelle, dürfe sich aber nicht sicher fühlen. Gegen Bezahlung würden auch diese neuen Adressen recherchiert, etwa in anderen Postdiensten oder in Melderegistern.

GEZ-Nachfolgerin und Bundespolizei

Preiswürdig ist in den Augen des Vereins auch der neue Beitragsservice, Nachfolger der Gebühreneinzugs-Zentrale GEZ. Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer hätten die Chance verpasst, eindeutige personenunabhängige Regelungen zu entwickeln. In der mehrjährigen Übergangsphase verarbeite der neue Beitragsservice sogar viel mehr Daten als zuvor die GEZ.

Der BigBrotherAward in der Kategorie Behörden geht an die Bundespolizei. Die soll wiederholt Menschen wegen ihres Aussehens, also etwa dunkler Hautfarbe, gezielt aus einer Menschenmenge herausgegriffen und kontrolliert haben.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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