Amazon hat eine Achillesferse - China

Amazon hat eine Achillesferse - China

Amazon hat wachsenden Erfolg bei chinesischen Händlern, die nach Deutschland verkaufen. Das könnte zu einer Achillesferse für den Online-Riesen werden.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Für chinesische Händler ist Amazon noch vor anderen Marktplätzen die wichtigste Adresse, wenn sie globale Geschäfte machen. Weltweit verkaufen nach jüngsten Schätzungen über 62 Prozent der chinesischen Onlinehändler über Amazon. Rund 30 Prozent der rund eine Million neuen Amazon-Seller in 2017 stammen aus China.

Für den Marktanteil der Chinesen auf der deutschen Plattform gibt es allerdings nur Näherungswerte. Doch die lassen eine neue Marktmacht erahnen. Basierend auf der Anzahl der Bewertungen veröffentlicht die Analyse-Plattform Marketplace Pulse regelmäßig eine Rangliste mit den 100 „größten“ Händlern auf dem Marktplatz. Inzwischen kommen 13 Händler auf der Rangliste aus China. Sie bilden nach Deutschland (68 Händler) die größte Gruppe. Laut Marketpulse kommt sogar jeder vierte aktive Händler aus China.Das Problem: Der Kunde achtet beim Einkauf oft nicht darauf, woher die Ware kommt. Die Folge: Erst spät wundert er sich dann über die lange Lieferzeit, weil die Ware aus Hongkong oder Shanghai kommt. Das aber passt nicht zum Markenimage des flotten Versenders.

Amazon hat deshalb durchaus eine Auge darauf, dass die Chinesen möglichst aus einem deutschen Amazon-Lager verkaufen. Das tun sie sogar überdurschnittlich häufig. Während im Schnitt gerade einmal 38 Prozent der Marktplatzhändler "Fulfillment by Amazon" nutzen, sind es unter den Chinesen 72 Prozent. Amazon bietet chinesischen Händlern sogar Hilfe beim Import an.Doch da ist noch ein anderer Haken: Gerade Händler aus China stehen in dem Ruf, die Umsatzsteuer nicht an den Fiskus abzuführen. Das aber müssen sie, wenn die Ware in einem deutschen Logistikzentrum eingelagert wurde. Auch deswegen drängen die deutschen Länderfinanzminister auf ein Gesetz, das Plattform-Betreiber wie Amazon und eBay für Umsatzsteuer-Betrug der Händler auf dem Marktplatz haften lässt. Auch Händlern stößt es immer häufiger übel auf, wenn Nicht-EU-Händler sich um die Steuern drücken. Drücken die schwarzen Schafe doch dank der Steuerersparnis - Wettbewerbsvorteil Steuerhinterziehung - massiv die Preise.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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