
Delivery Hero + Uber, Rhenus, Netflix, BNPL, Rechnungskauf, Meta, Marktplätze, Flipkart, Cloud-Kapazität, digitale Gewalt
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Björn BöerChefredakteurdiskutieren führende Köpfe aus Retail und Travel – darunter Christian Gründig (TUI Cruises), Maik Giannoccaro (SiNN) und Gwendolin Tiltmann (valantic), wie Interaktion und Gamification Kundenbindungsprogramme wirklich relevanter machen. Praxisnah, mit echten Einblicken und konkreten Impulsen für moderne Loyalty. Donnerstag, 16.04.2026 | 10:00–11:30 Uhr | digital & kostenlos. Jetzt anmelden.
HANDEL NATIONAL
Uber kauft sich preisgünstig bei Delivery Hero ein
Uber hat seine Beteiligung am Berliner Essenslieferanten Delivery Hero auf rund sieben Prozent aufgestockt, berichtet Manager-Magazin.de. Für 270 Mio. Euro übernehme der US-Konzern ein Paket von 13,6 Mio. Aktien vom bisherigen Großaktionär Prosus, der seinen Anteil wegen einer EU-Auflage bis August unter zehn Prozent drücken müsse. Uber selbst bezeichne den Einstieg gegenüber der Financial Times als „opportunistisch“. Uber Eats plane derweil neue Lieferdienste in Österreich, Tschechien, Dänemark, Griechenland und Rumänien.
Rhenus baut sein zweitgrößtes Autostore-Lager in Polen
Rhenus Warehousing Solutions errichtet im polnischen Bolesławiec eine der größten Autostore-Anlagen Europas, meldet Retail-News.de. Auf 4.500 Quadratmetern fänden bis zu 1,8 Mio. Artikel Platz. Dies sei die zweitgrößte Installation der Gruppe europaweit und Rhenus‘ erste dieser Art in Polen. Zugeschnitten sei das Lager auf „einen bestehenden E-Commerce-Kunden“.
BGH kippt Netflix-Klausel: Guthaben darf nicht an Abo fesseln
Netflix hat vor dem Bundesgerichtshof gegen den VZBV verloren, berichtet T3N.de. Unwirksam werde damit eine Klausel in den Geschenkkarten- und Gutscheinbedingungen, wonach eine Kündigung erst nach vollständigem Aufbrauchen des Restguthabens greife. Seit März 2022 dürften sich Abos in Deutschland ohnehin nur noch um jeweils einen Monat automatisch verlängern.
BNPL verliert seinen Sonderstatus – ab November wird geprüft
Der Bundestag schließt ein regulatorisches Schlupfloch für „Buy now, pay later“, wie Focus.de berichtet. Künftig fielen auch Kleinstkredite unter 200 Euro und kurzfristige Zahlungsaufschübe unter die Verbraucherschutzregeln, inklusive verpflichtender Kreditwürdigkeitsprüfung. Die Reform setze eine EU-Richtlinie um und reagiere darauf, dass viele Nutzer den bequemen Klick gar nicht als Kredit wahrnähmen. Geltung ab 20. November 2026.
Der Kauf auf Rechnung werde in deutlich mehr Fällen nicht als Kredit behandelt als zunächst vorgesehen, meldet Bevh.org nach dem Bundestagsbeschluss zu strengeren Verbraucherkreditregeln. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel begrüße das Ergebnis: Das Gesetz stärke den Verbraucherschutz, ohne den Checkout spürbar zu verkomplizieren. Es bleibe damit näher am Wortlaut der zugrundeliegenden EU-Richtlinie. Alien Mulyk, Geschäftsführerin Public Affairs, wertet den Rechnungskauf als sicherste und einfachste Bezahlmethode im Online-Handel.
HANDEL INTERNATIONAL
Meta schickt 8.000 Mitarbeiter in den KI-Ruhestand
Meta will am 20. Mai rund 8.000 Mitarbeiter entlassen, etwa zehn Prozent der weltweiten Belegschaft, berichtet N-tv.de unter Berufung auf Reuters-Insider. Eine zweite Welle solle in der zweiten Jahreshälfte folgen, der Umfang hänge von den Fortschritten der KI ab. Zuckerberg stecke Hunderte Milliarden Dollar in Künstliche Intelligenz; die neue Abteilung „Applied AI“ beispielsweise solle KI-Agenten bauen, die selbstständig programmieren.
Chinas Marktaufsichtsbehörde hat sieben große E-Commerce-Plattformen mit zusammen 3,6 Mrd. Yuan (527 Mio. Dollar) Buße belegt, berichtet Caixinglobal.com. Pinduoduo, Meituan, JD.com, Taobao Instant Commerce, Douyin, Taobao und Tmall hätten unverifizierte „Ghost Takeout“-Händler ohne Gastronomielizenz und teils ohne physische Küche Bestellungen abwickeln lassen. Man ziele besonders auf Fake-Bäckereien – allein bei Pinduoduo seien über 9.000 unlizenzierte Backshops aufgeflogen; neue Listings seien daher drei bis neun Monate lang gesperrt.
Marktplätze kassieren 83 Prozent aller Online-Umsätze
Marktplätze vereinen inzwischen 83,4 Prozent der weltweiten E-Commerce-Umsätze auf sich, berichtet Tynmagazine.com. Die eigenen Online-Shops der Markeninhaber seien in einem Jahr von 19 auf 16,6 Prozent geschrumpft. In Europa kämen Marktplätze 2025 auf 60,8 Prozent, in Asien dagegen auf wuchtige 97,0 Prozent – dort hätten die Plattformen die Handels-Infrastruktur oft erst aufgebaut.
Flipkart verkauft bald Eintrittskarten und liefert Essen
Flipkart will ab Mai Kino- und Konzerttickets in Indien verkaufen, berichtet Indiatimes.com unter Berufung auf zwei Insider. Der Walmart-Ableger ziele damit auf einen Markt, der dank Cricket-Spektakeln, internationalen Tourneen und wachsender Kaufkraft mächtig Fahrt aufnehme. Als Gegner wärmten sich schon Bookmyshow und Zomatos District auf. Nebenbei teste Flipkart ab demselben Monat einen Lieferdienst für Essen, allerdings könnten sich die Zeitpläne noch verschieben.
Uber holt die Retoure an der Haustür ab
Uber bietet seinen US-Kunden künftig Retouren per Kurier an, berichtet Techcrunch.com. Die Funktion laufe über die Uber-Eats-App und gelte für Artikel ab 20 Dollar, die Kunden zuvor über Uber Eats bei teilnehmenden Händlern bestellt hätten. Zu den Partnern zählten Best Buy, Target, Petco und Pacsun, weitere sollen folgen. Die Gebühr richte sich nach Fahrzeit und Distanz. Uber wolle damit seine App möglichst „sticky“ machen, Zugang zum Fahrdienst Uber, Uber Connect (2020, Paketzustellung) und Uber Direct (2020, Händler-Lieferungen) ermögliche.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Unternehmen zahlen Millionen für Cloud-Kapazität, die keiner nutzt
Fast die Hälfte der großen EMEA-Unternehmen gibt jährlich bis zu 5 Mio. Euro für Clouddienste aus, doch ein Viertel der Kapazität liege dabei ungenutzt brach, zitiert Golem.de eine Analyse von Insight. 47 Prozent überdimensionierten ihre Infrastruktur bewusst, um Ausfälle zu vermeiden; KI treibe die Hosting-Kosten zusätzlich um 12 Prozent jährlich nach oben. Laut Gartner trauten nur 39 Prozent der Führungskräfte den eigenen KI-Investitionen einen finanziellen Nutzen zu; erfolgreich seien jene Firmen, die am deutlichsten in die technische Basis investierten, statt nur ein LLM auf die bestehenden Strukturen zu setzen.
Ein Viertel der Menschen in Deutschland hat digitale Gewalt bereits am eigenen Leib erfahren, meldet der Bitkom. Unter den 16- bis 29-Jährigen seien es sogar 43 Prozent. Als digitale Gewalt gälten beleidigende oder bedrohende Nachrichten, Mobbing, üble Nachrede, Deepfakes sowie die Verbreitung intimer Bilder. 80 Prozent der Befragten forderten, Letzteres ohne Zustimmung unter Strafe zu stellen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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