Der E-Book-Markt boomt

Der E-Book-Markt boomt

Jeder vierte Bücherinteressierte in Deutschland kennt E-Books - das ergab eine Studie der Universität Hamburg. E-Book-Käufer geben immer mehr fürs digitale Lesevergnügen aus. Die Vorteile liegen auf der Hand.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Einer der Studienleiter, Professor Michael Clement, glaubt an eine rasante Entwicklung ähnlich wie in den USA. "Wir gehen davon aus, dass E-Books in den kommenden fünf Jahren auch in Deutschland im Weihnachtsgeschäft einen Anteil von 50 Prozent der Buchumsätze ausmachen werden." In Deutschland habe das gedruckte Buch eine hohe Bedeutung als Kulturgut - zumindest jetzt noch.

Bilder, Karten und Übersichten zum Inhalt

Rund 57 Euro haben E-Book-Käufer im Durchschnitt in den vergangenen zwölf Monaten bereits für das digitale Lesevergnügen ausgegeben. Auch schätzten die Käufer mit durchschnittlich 15,84 Euro den Preis eines E-Books realistisch ein, heißt es in der Studie. Ganz anders die E-Book-Nicht-Leser: Für sie waren die vermeintlich zu hohen Preise der Hauptgrund, warum sie nicht zugriffen.

Gerne erhalten die Leser dabei Zusatzinhalte. Besonders wichtig sind ihnen die Suchfunktion sowie Bilder, Karten und Übersichten zum Inhalt des Buches. Auch vertiefende Informationen zum Thema des Buches und zum Autor halten die Leser für relevant - übrigens E-Book-Leser genauso wie diejenigen, die noch keine E-Books nutzen.

Weniger wichtig sind den Nutzern Videos, Audios und Interaktivität.
Wer sich dem E-Books nicht zuwendet, ist laut der Hamburger Studie mit den Papier-Büchern zufrieden und möchte das Leseerlebnis nicht missen.

"Es sind vor allem haptische Aspekte, wie die Möglichkeit, Bücher beim Lesen in die Hand zu nehmen oder sie ins Regal zu stellen. Zudem sind gedruckte Bücher auch praktisch - zum Beispiel am Strand", meint Studienautor Tim Prostka. Außerdem gaben viele der Befragten an, nicht auf einem Bildschirm lesen zu wollen.

Häufigste Bezugsquelle ist Amazon

Bisherige E-Book-Käufer planen meist auch weitere Einkäufe - Nicht-Leser hingegen werden voraussichtlich auch in naher Zukunft nicht online Bücher kaufen. Interessanter Nebenaspekt: Ein Drittel gab an, die Bücher über Freunde zu bekommen - wobei nicht erhoben wurde, ob es sich dabei um legales Mitlesen handelte.

Die häufigste offizielle Bezugsquelle ist der Online-Einzelhändler Amazon. 57 Prozent der Leser bezogen in den vergangenen zwölf Monaten ein E-Book von Amazon, 27 Prozent bekamen es über iTunes von Apple. Die großen Finalisten liegen dahinter: 18 Prozent bezogen ihr E-Book über Thalia, 14 Prozent über Weltbild/Hugendubel und 9 Prozent über Libri.

Michael Clement meint, dass sich mit der steigenden E-Book-Nutzung die Händlerstrukturen dramatisch verändern und dem traditionellen Buchhandel starke Einbußen bescheren werden. "Es steht außer Frage, dass der Handel vor einer massiven Umverteilung der Marktmacht steht."

Allerdings falle die Kannibalisierung gedruckter Bücher geringer aus als befürchtet. "Wir beobachten, dass E-Book-Käufer bisher nicht signifikant weniger gedruckte Bücher nachfragen als Nicht-Käufer."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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