
Düstere Aussichten für kleine Autohäuser
Die Zukunft der Automobilhäuser gehört großen Handelsgruppen, hat der Autoexperte Willi Diez herausgefunden. Lokale Unternehmen werden die Verlierer dieser Entwicklung sein.
Björn BöerChefredakteurStandortgebundene Häuser sind die Verlierer
"Diese Entwicklung wird mit einer weiteren Verschiebung der Vertriebskanäle verbunden sein", heißt es in der Untersuchung. Der Anteil der Händlergruppen am Gesamtabsatz von Autos in Deutschland wird demnach von 43 Prozent 2008 auf rund 48 Prozent 2015 steigen. "Leidtragende werden die traditionellen, standortgebundenen Autohäuser sein, deren Vermarktung von Neuwagen von heute noch gut einem Viertel auf knapp 17 Prozent sinken wird."
Außerdem fand Professor Diez heraus, dass nach einer stürmischen Expansionsphase gegenwärtig "eine gewisse Konsolidierung bei den Automobilhandelsgruppen feststellbar ist".
Eine Reihe spektakulärer Insolvenzen in der Branche habe gezeigt, dass eine zu schnelle Expansion zu Existenzproblemen führen könne. Im März ist beispielsweise das niederländische Unternehmen Kroymans pleite gegangen. Die Zahl der größeren Händler, die in den nächsten Jahren weitere Standorte planen, sei seit dem vergangenen Jahr "deutlich rückläufig".

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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