E-Mail-Adresshandel treibt illegale Blüten

E-Mail-Adresshandel treibt illegale Blüten

Der in Deutschland gesetzlich verbotene Handel mit E-Mail-Adressen ohne Zustimmung der Betroffenen ist in vollem Gange. Die Leidtragenden sind nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen, die auf unseriöse E-Mail-Adressenhändler hereinfallen.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Nach Angaben des eco-Verbandes ist der in Deutschland gesetzlich verbotene Handel mit E-Mail-Adressen ohne Zustimmung der Betroffenen in vollem Gange. Als Folge werden Millionen von Verbrauchern durch eine steigende Flut an elektronischer Postwerbung belästigt. Sie haben beispielsweise im Rahmen eines Gewinnspiels einmal ihre E-Mail-Adresse im Internet hinterlassen und sind in die Mühlen der Adressenverkäufer geraten. "Faule Tricks" zur Gewinnung neuen Adressmaterials sind in der Branche üblich, heißt es in einer Pressemiteilung des Verbandes. So würden beispielsweise computergeneriert alle Benutzer gängiger Internet- und E-Maildienstleister wie T-Online, Web.de oder GMX angeschrieben mit dem völlig unzutreffenden Hinweis, sie hätten dieser E-Mail selbst zugestimmt. Wer sich dann darüber beschwert, bestätigt damit unfreiwillig, dass diese E-Mail-Adresse gültig ist - und landet dadurch erst recht in den Adressdatenbanken.

Den Verbrauchern rät der Verband der deutschen Internetwirtschaft zu folgendem Verhalten, um sich gegen die Welle der elektronischen Werbung zu schützen:

  • Die "wahre" E-Mail-Adresse nur an Freunde und Geschäftspartner herausgeben.
  • Für alle anderen Fälle wie beispielsweise Preisausschreiben eine zweite E-Mail-Adresse einrichten, die einfach gewechselz werden kann, wenn die Werbeflut überhand nimmt. Zweitadressen gibt es kostenlos bei diversen E-Mail-Dienstleistern.
  • Niemals auf eine Werbemail antworten, auch keine Beschwerden schicken.

Der eco-Verband weist auerdem daruf hin, dass die Leidtragenden nicht nur Verbraucher sind, sondern auch Unternehmen, die auf unseriöse E-Mail-Adressenhändler hereinfallen. Sie zahlen viel Geld für illegal beschafftes Adressenmaterial und laufen zudem noch Gefahr, potenzielle Kunden durch fehlgerichtete Werbemails zu verärgern. "Es gibt Marketingleiter, die von E-Mail-Marketing völlig abgekommen sind, weil sie Angst haben, damit mehr Verbraucher zu belästigen als neue Kunden zu gewinnen", weiß Dr. Torsten Schwarz, Fachbuchautor und Leiter des Arbeitskreises "Online-Marketing" im eco-Verband.

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft hat eine "Richtlinie für erwünschtes Online-Marketing" herausgegeben. Sie beschreibt anhand von Praxisbeispielen, wie Firmen E-Mail-Marketing sinnvoll einsetzen können, ohne die Verbraucher in ihrer Privatsphäre zu stören. (ST)


KONTAKT:

eco Electronic Commerce Forum e.V.
Verband der deutschen Internetwirtschaft
Arenzhofstraße 10
50769 Köln
Tel. 0221-9702407
Internet: www.eco.de

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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