Ein Leben für den Discount

Ein Leben für den Discount

Eine prägende Figur des deutschen Einzelhandels lebt nicht mehr. Aldi-Mitbegründer Karl Albrecht ist vergangene Woche gestorben. Sein Discountprinzip hat den Essener zu einem reichen Mann gemacht.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Nach einem Bericht von "faz.net" starb der zurückgezogen lebende Unternehmer bereits am Mittwochabend vergangener Woche nach kurzem Leiden im Kreis seiner Familie in seiner Villa im Essener Stadtteil Bredeney. Albrecht wurde 94 Jahre alt.

An der Beerdigungsfeier auf dem Friedhof Bredeney hätten nur die engsten Freunde, die führenden Manager des Unternehmens und die Familie teilgenommen, berichtete das Nachrichtenportal.

Auch einfache Leute sollten gute Lebensmittel kaufen können

Das Unternehmen betrauert in einer Mitteilung den Tod des Gründers. Karl Albrecht wuchs im bergbaugeprägten Essener Norden auf. Dort betrieben seine Eltern ein Lebensmittelgeschäft, in dem er den Beruf des Einzelhandelskaufmanns erlernte. Er sei davon überzeugt gewesen, dass auch Kunden mit begrenzten Einkommen die Möglichkeit haben sollten, gute Lebensmittel zu kaufen. Dies zu ermöglichen sah er als seine Lebensaufgabe an, schreibt Aldi.

Nach Wegfall der kriegs- und besatzungsbedingten Beschränkungen erweiterten Karl Albrecht und sein im Jahre 2010 verstorbener Bruder Theo das elterliche Einzelgeschäft ab 1948 zu einem Filialbetrieb von mehr als 300 Läden, die zum großen Teil in Bedienung geführt wurden und sich über Nordrhein-Westfalen erstreckten. Aldi wurde zum Inbegriff des Discounthandels in Deutschland und setzte Maßstäbe für eine neuartige Vertriebsform.

Heute in drei Kontinenten tätig

Nach 1961 wurden die Bedienungsgeschäfte vollständig durch Aldi-Läden ersetzt (Abkürzung für Albrecht-Diskont). Diese boten in Selbstbedienung ein begrenztes Sortiment an, das sich einfach handhaben und schnell verkaufen ließ. Seit den 60er Jahren expandierte die Gruppe auch international. Heute ist sie in vielen Ländern auf drei Kontinenten tätig und erzielt den größeren Umsatzanteil außerhalb Deutschlands.

Karl Albrecht blieb dem Unternehmen bis zu seinem 75. Lebensjahr in verantwortlicher Stellung verbunden, zog sich danach zurück und begleitete bis wenige Tage vor seinem Tod die Unternehmensgeschicke.

Ein Milliarden-Vermögen

Bereits im Jahre 1973 schuf Karl Albrecht die Voraussetzungen für eine unternehmerische Kontinuität über seinen Tod hinaus: Das Vermögen der Unternehmensgruppe Aldi Süd wird von zwei Stiftungen kontrolliert.

Laut einer Untersuchung des "Manager Magazins" war Karl Albrecht der reichste Deutsche. In der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt waren die Aldi-Brüder Karl und Theo Albrecht regelmäßig vertreten. Bei der Veröffentlichung im März 2014 machten die Redakteure Karl Albrecht ebenfalls als reichsten Milliardär Deutschlands aus. Sein Vermögen schätzen sie gar auf 25 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Die "Forbes"-Liste basiert auf Recherchen der Redakteure und auf Schätzungen und gilt als zuverlässig.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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